Allgemein

17. März 2020 – 24. März

Dienstag 17. März 2020

Heute eine email an den Vermieter des Winterlagers für mein Motorrad geschrieben. Die Aussicht das Radl Anfang April abzuholen sind ungewiß, weil die Regierung mit Pandemiemaßnahmen keine Erfahrung hat und mit Sicherheit mehr Schaden als nötig anrichten wird. Historische Erfahrung mit der „spanischen Grippe“ 1918/20 haben keine lebenden Menschen gemacht und zudem stellt sich die Frage der Vergleichbarkeit. Jedenfalls habe ich meinen Vermieter angefragt, ob das Motorrad weiter dort verbleiben kann.

Freitag 20. März 2020

Die Antwort von meinem Motorradstellplatzvermieter: „Kein Problem, kann stehenbleiben“ kam schnell. Ansonsten wäre das ja schwierig geworden. Die Zulassung gilt ab April, ich könnte vorher nicht agieren und eine Ausgangsperre kann auch noch dazu kommen.

Ausgangssperre hurra

Welche Schaumschlägerei?
Arbeiten ja, egal welche Infektionsgefahr auch immer. Das letzte Sonnenbad vor der Einsperrung wird als Unvernunft dargestellt. Und da stehen die Bilder mit Gruppen von Polizisten, die die Anordnungen durchsetzen sollen. Die müssen Immun sein, da gibt es keinerlei Bedenken auf Virenschleudern. Nein sie sind nicht Immun. GMX meldet für Berlin fünfzehn infizierte Polizisten, insgesamt sind 324 von denen in Quarantäne.

Damit die Wirtschaft keinen Husten bekommt wurde angekündigt: wir werfen mit Geld um uns. Leider haben sie eine Konkretisierung nicht geschafft. Ein wirklich deutliches Signal, wie eine gesetzliche Aussetzung des Mietzinses, fehlt natürlich. Einfach eine Pause machen, Mietzahlungen werden für einen Monat bis auf weiteres ausgesetzt.

Dafür werden die Landesgrenzen geschlossen, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne vorheriges Nachdenken über indirekte Folgen. Die Folgen werden kommen. Wenn der Bauer im Märzen seine Saat nicht aufs Feld bekommt, dann wird die Ernte dünner oder gar ausfallen. Das weil die Arbeitskräfte nicht mehr freizügig über Landesgrenzen können. Macht aber nichts, Dummsprech sagt: das können die jetzt freigesetzten Kellner machen. Ein Versuch mit Regierungsmitgliedern als Pflanzer oder Erntehelfer würde denen nach einem Arbeitstag die Unmöglichkeit ihrer Lösung klarmachen. Das bedeutet kein Lernen, sie müßten eine ganze Saison darein gepreßt werden. Und zwar mit den gesamten Bedingungen, die Verpflegung, Unterkunft und Entlohnung.

Samstag 21. März 2020

Auf Facebook begrüßt mich eine Anzeige von Bestattungen Schuster Berlin:
„Corona – Update zur Bestattungssituation.
Auch aktuell verlieren wir geliebte Angehörige an natürlichen Todesursachen. Sie, als Angehörige, stehen vor der Herausforderung eine Bestattung in Auftrag zu geben. Hier erfahren Sie, was aktuell anders und was zu berücksichtigen ist…“

Das ist so das Richtige für mich zum Frühstück als Gefährderter. Jedenfalls werde ich nicht angesprochen mit „haben sie schon einmal über ihre Bestattung nachgedacht.“ Jedenfalls über unatürliche Todesursachen nachzudenken geht schnell. Es gibt keine. Alles hat die Ursache der Einstellung irgendwelcher Funktionen des menschlichen Körpers.

Aber so richtig ist die Werbung nicht einer Pandemie angepaßt. Da gilt es zu klotzen: „Beerdigung im Familienpack 10 Prozent günstiger“ oder „Buchen sie im 100derter Pack – 20 % Rabatt“, „Nur am Anfang der Coronazeit erhältlich“. Man fällt natürlich nicht mit den Schnäppchen ins Haus. „Dürfen wir sie an ihr Ableben erinnern?“ könnte die freundliche Eröffnung der Kommunikation sein.

Sonntag 22. März

In der Schweiz gibt es noch die heile Welt.

Ein Post auf Facebook:
„Am Freitag fuhr ich einkaufen, – ihr kennt das, die Situation ist eher bedrückend, angespannt, gewisse Leute nervös, – und wurde von der Polizei angehalten.
Der Polizist hat sich ordnungsgemäss vorgestellt, gefragt ob ich der Besitzer des Wagens sei,… Kontrollschild abgeglichen, …
So weit, so gut, … ich überlege… angeschnallt? Check!, Handy war aus, nicht zu schnell gefahren … (Ratlosigkeit…???)
Polizist kommt zurück: “ Der Grund, warum ich Sie angehalten habe – Sie fahren ohne Licht!… Ordnungsbusse SFr. 40.–!“

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Sie haben ihren Wehrpass nit dabei?

Die Straßen fast gänzlich leer und Kaiserwetter da muß doch auch etwas für Stadtsäckel abfallen. Nee, der Angestellte der Stadt erscheint als faschistoider Typ, der hat ein bisschen Macht und die will er auskosten, Verhältnismäßigkeit? In diesen Zeiten gibbet det nicht. Der Faschismus ist auch in der Schweiz zu Hause. Aber der kann sich freuen, was da noch kommt, wird ihn wegfegen.

Erfolgskurve

Die mittlerweile bekannte John Hopkins Universität bietet täglich eine Anzeige des Corona Erfolgs. Der letzte Balken signalisiert ein Abfallen der Infektion, doch das täuscht, weil bis Mitternacht noch ein paar Ereignisse hinzu kommen.

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Abgeordnetenwatch

Abgeordnetenwatch organisiert seine Heimbüros und was ist wichtiger als geregelte Pausenzeiten. Die machen morgens virtuelle Kaffeepause, um 13 Uhr öffnet die virtuelle Kantine und über den ganzen Tag soll auch ein virtueller Kaffeeautomat zur Verfügung stehen. Demnächst wird es wohl vermehrt Ratschläge geben, wie man im Home-Office auch regelmässig zum Ende der Tätigkeit kommt, indem die virtuelle Kaffemaschine abgeschaltet wird. „Der Hackmack geht immer früher.“ „Stimmt nicht, hatte eine Besprechung.“

El Al meldet sich auch, die Zeiten sind schwer.

We continue

It’s our duty and goal to continue serving due during these days.

Die denken an mir, wo ich auch lieber in der Sonne am Roten Meer sitzen würde.

Montag 23. März

K hat mir frischen Eisbergsalat vorbeigebracht, was natürlich ganz hervorragend ist, denn mein Brechbohnensalat war nicht so der Hit. Die Bohnen aus der Dose, Mindesthaltbarkeitsdatum 2017, hatte ich vorher nie probiert und sie sind mehr für einen Eintopf als für einen Salat geeignet. Für die Zunkunft merken: erst prüfen, dann Vorräte anlegen. Nun ja, zwei Dosen sind keine Vorräte.

Da wir schon beim Essen sind, heute habe ich mir Eisbein mit Sauerkraut gemacht. Gemäß Rezept hieß es „Eisbein kochen und den Sud zum Sauerkraut geben, man kann auch einen Schuß Wein, Kümmel und anderes hinzugeben. Von gestern hatte ich noch einen Rest Riesling, der mir zu sauer, eeh herb war. Das hat dem Sauerkraut gut getan und mir auch.

Dienstag 24. März

Die Bergbahnen sind geschlossen, jedenfalls in Saas-Fee. Das ist jedenfalls eine Geistermeldung, die nicht im Spiegel oder auf einem Foto zu sehen ist.

Skifahren ist ohnehin nur für Snobs.

Nachrichten aus Österreich: Strabag stellt die Bautätigkeit ein. Viele andere Baustellen müssen weiter bedient werden trotz der Schwierigkeiten den Mindestabstand von 1,75 Meter einzuhalten, weil die Bauherren mit den Strafen bei Nichteinhaltung der Temine drohen.
Soweit die Meldung vom aktuellen Verhalten des Faschismus Kapitalismus.

Dann fordert im ZIB noch eine Tussi mehr Tests auf den Corona-Virus zu machen. Die muß Katholikin sein, als ob Beten oder Tests helfen.

Es kam noch eine Kritik an den Senioren, die unvernüftig gegen den gut gemeinten Hausarrest agieren. Man sollte alle auf den Scheiterhaufen schicken, die ohne Nachdenken erstbeste Zwangsmaßnahmen für andere Menschen präferieren, immer mit dem Argument, welches jedes Kind schnell als ein falsches lernt: Es ist nur zu deinem Besten.

Im Fernseher gab es abends schon etwas weniger Coroni-Sendungen. Wie üblich immer ohne konkrete Informationen für mich. Ich will wissen und zwar nicht wie der Virus von der Fledermaus über ein Gürteltier in den Kochtopf eines Gourmets gewandert ist, sondern wo ist in meiner Umgebung welche Infektionsrate, wo kann ich mich frei bewegen und wie ist die Krankenhausauslastung. Da hilft die weltweite Statistik der Hopkins Universität gar nichts. Die Infektionsrate ist allerdings auch ein Wert, der durch ein Linse, deren Verzerrung nicht bekannt ist, betrachtet wird. Da auch immer eine Rate für eine Herdenimmuniät zelebriert wird: Solte man sich schnell anstecken, um adäquat medizinisch behandelt zu werden?

Dafür gab es dann Kabarett im Kettenbrief. Die Zunahme der Kabarettsendungen rief in mir schon vor geraumer Zeit das Gefühl eines Tanzes auf dem Vulkan hervor, so wie es für Berlin während der Weltwirtschaftskrise vor dem zweiten Weltkrieg beschrieben wird.