Das Bild hängt schief

Das Bild hängt schief

Das Bild hängt schief

Das Bild hängt schief. Nein, ich sitze am Eßtisch und sehe auf eine Wand, an dem eine Leuchtstofflampe unsymetrisch montiert ist, die allerdings keine Beleuchtungsfunktion mehr hat, die Leuchtstoffröhren fehlen. Darunter ist versetzt ein Bild mit einer sommerlichen Ansicht einer Straßenszene eines Bergdorfes angebracht. Wenn man den einzigen Nagel nicht an der richtigen Stelle positioniert, dann hängt das Bild schief. Es hängt zwar gerade, aber eben nicht unter der Lampe und das läßt sich nicht ohne Werkzeug und einem weiteren Nagel ändern.

Im wesentlichen dominieren die Balkonblumen den warmen Eindruck. Das Bild kommt mir bekannt vor, der Déja-vu-effekt kann es nicht sein. Ich war niemals zuvor in Haifa. Ich kann mich auch an die dargestellte Straße nicht erinnern, auch wenn noch ein paar parkende Autos die Szene realistischer machen würden. Die Farbcharakteristik läßt mich an Nimes denken, furchtbar enge Gassen gab es da, die Lavendel-Pflanzen vor Ort hatten Ausmaße, die ich als Deutscher nicht kannte, das paßt aber nicht. Trotzdem, ich kenne es, das habe ich schon einmal gesehen. Nun gut, warten wir einmal ab, vielleicht fällt es mir morgen oder die Tage wieder ein. Hat es nicht, ich habe das Bild gegen Ende des Besuches photographiert, um Tante Google zu befragen. Und Tante Google kennt das Bild. Es wird verkauft an fast jeder Ecke.
Kannst du glauben.

In der Wohnung sind an verschiedenen Ecken kleine Glaskuppel angebracht, die Überwachungskameras enthalten könnten. Es ist jedoch zu hoch, um das genauer zu sehen. Es erklärt sich, denn die Wohnung wurde früher als Behindertenwohnung genutzt und der Einrichtungsbetreiber wollte gelegentlich in die Küche einen Kontrollblick werfen, ob da jemand zu Schaden gekommen ist. Heute wohnen dort die „Volunteers“ der Einrichtung. Ein Router war im Wohnzimmer unter der Decke in einem Glaskasten versteckt, den ich Tage später inspizierte. Er war nicht mehr online und zusätzlich stromlos, es lohnte sich nicht für die Einrichtung den mit zu nehmen. Bei den Kameras kam ich ohne Leiter nicht heran, ich hatte aber den Eindruck das sie fehlten und nur eine leere Glaskuppel die Räumlichkeit verschönte.

Wie auch immer, es gab etwas aus einem großen Topf zu essen und wurde schneller später als gefühlt. Morgen war erst Frünstück und dann Besuch der Wirkungstätte von Susette angesagt.

Was soll ich bemerken, es regnete immer noch, aber der Weg ging jetzt downtown zur Küste. Im Hostel war unsere Stube gut beleuchtet, was auch sein Gutes hatte. Die anderen Gäste lagen mit dem Gesicht zur Wand, teilweise mit etwas über den Kopf gezogenem. Da haben die Betten mit dem Kopfteil in der Nische neben dem Fenster doch einen Vorteil. Ich ziehe den Schlafsack etwas aus seiner Hülle und das wird die Ablagefläche fürs Handy, meine Brille und so weiter.

Obwohl das Fenster etwas geöffnet war, hat die dünn anmutende Decke ausgereicht.

Am nächsten Morgen geht es nach der Morgentoilette rechts heraus, links die Hügelstraße bergauf, wieder rechts und dann links bis zum Wohnwürfel.

Der luftige Vorraum scheint für fröhliche Feste geeignet zu sein.
Der Zugang ist dann doch mehr gewöhnungsbedürftig.

Vor allem fehlt mir ein Fahrstuhl, nach dem Aufstieg zur zweiten Ebene der Hafenbebauung noch drei Treppen an einem wackligen Geländer zu erklimmen, bedarf eines gewissen Trainings.

Dann aber Frühstück: Palestinian Art.

Weißbrot mit Olivenöl und Zatar.

Der Vollständigkeit halber, damit das nicht ganz so spartanisch aussieht: noch ein Scheibchen mit Hummus.

Hummus gibt es in vielfachen Variationen.

Wegen Corona / Ovid19 Hype
geht es nur langsam weiter. Statt dessen ein Tagebuch angefangen, aber das liegt mir nicht so, die Tage sind zu kurz, bei all dem was ich vor mir herschiebe. Abends muß ich mir den aktuellen Corona-stand reinziehen, aber die befreiende Meldung „Impfstoff für Gefährdete gefunden“ kommt nicht.

Geht dann – ja wenn der Krieg dann vorbei ist, das wäre aber nächstes Jahr, also früher anpeilen – am 31. July 2020 weiter.