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August, September 2020

Alle reden von zweiter Corona-Welle. Das einzige, was ich bemerke, ist bislang eine Müdigkeit einiger Menschen Vorsicht walten zu lassen.

Als Reaktion darauf fällt den anderen nur der Ruf nach Strafbarkeit ein.

Psychologische Untersuchungen von Auswirkungen einer Pandemie kann es noch nicht geben, da die bisherigen zu Zeiten stattfanden, in der psychologische Effekte unter der Rubrik „Verrückt“ und „Gottes Wille“ erklärt wurden.

Nachdem das „homeschooling“ sich nicht bewährt hat, wollten die Regierenden zu dem alten Vollunterricht an den Schulen zurück. Das brachte nach nur ein paar Tagen gleich wieder ein paar Schulschließungen. Es ist also nicht ganz so einfach und wird ein differenzieles Abwägen mit den vorhandenen Resourcen. Aber auch ein paar Lehrer war das erhöhte Infektionspotenzial nicht geheuer und die wollten nicht geopfert werden. Irgendwie hat dann der Rechtsstaat eine Lösung für die Minderheit der ernster Gefährdeten gefunden. (Hoffe ich einmal, denn das allgemeine Lebensrisiko bleibt bestehen.) Nein, das hat er nicht (der Rechtsstaat), da haben die Führer entschieden Ärztliche Atteste sind nicht zu beachten und die betreffenden Lehrer sind gezwungen den Rechtsweg zu beschreiten. Das wird noch lustig, denn die Richter werden viele Einzelfälle entscheiden müssen. Die politische Verwaltung hofft damit die Corona-Zeit bis zu einer Lösung aussitzen zu können.

Coroni-Zeit, Tour mit Spitzmaus und viel social-distancing.

Die fahren in der Zeit der Beschränkung durch das halbe Land. Während andere zum Ballermann und an die Ostsee wollen, machen die Askese. Dosenbier und Tarp, manchmal auch Zelt. Weil eben viel weniger Leute unterwegs sind, funktioniert es überraschend gut.

Wir sind im letzten Drittel des August und schlagartig hat sich die Temperatur gesenkt. Nachts wird die Balkontür angelehnt, weil das Thermometer 16 Grad anzeigt, was ich auch merke.

Zum Monatsende komme ich auf das Eingangsstatement zurück, auf die Infektionszahlen und zwar die konkreten hier um die Ecke, denn Amerika ist weit weg und keine Infektionen in China in den letzten sieben Tagen sind nachrangig.

Corona Infektionen 31. August 2020

September

Am 14. zur GTU gefahren, der will unbedingt eine geschlossene Motorhaube. Bei etwas Nachdenken kommt mir aber die Zulässigkeit von außenliegenden Gummiverschlüssen ins Gedächtnis. Nur leider zu spät.

So konnte die Werkstatt auf der anderen Hofseite Umsatz machen, allerdings nur weil sie die Karosseriearbeit innerhalb der nächsten Stunden anbot. Das hat ihr sicherlich gefallen, denn Coronabedingt ist jetzt fast jeder Euro lieb.

Zwar nicht wie neu, aber gestört hat es mich vorher auch nicht.

S ist wieder in Israel und freut sich schon auf den angekündigten Lockdown. Da sich dort sehr viele freuen, werden Feste gefeiert als ob es kein Morgen gibt. Dort wird auch nicht nur aus Spaß das öffentliche Leben einschränkt, eine Kollegin wurde positiv getestet und nun steht die rhetorische Frage „war mein Kontakt ein enger?“ im Raum.

Noch geht es ihr ja gut, die Aussicht auf häusliche Quarantäne scheint jedoch nicht so prickelnd zu sein, jedenfalls wird es nicht angesprochen.
Wenn man nicht darüber spricht, redet man auch kein Unglück herbei. Das als erste Gegenmaßnahme hilft solange bis eine mögliche Zukunft gestalterisch eingreift.

Einen Tag später schreibt sie „Dass ich mich wirklich angesteckt habe, glaube ich übrigens keine Sekunde.“

Allgemein

1. Juli – 31. Juli

Keine Einträge vom 1. bis 7. Juli

8. Juli

Ich wollte das Tagebuch schon schließen wegen Ende von Coroni, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Es differenziert sich weiter. In Israel gibt es einen weiteren Peak, der im heute-journal thematisiert wurde, was das erste Programm nicht interessierte. In Amerika eilen sie von Rekord zu Rekord und in den USA ist die Suppe unter Vorwahldampf. Jedenfalls scheint in Deutschland der Förderalismus und die Gewaltenteilung positiv zu wirken. Ob die Vereinfachung „Merkel ist schuld“ damit ganz wegfällt, ist fraglich, man kann nicht eine vielzahl von Ministerpräsidenten aufzählen, die alle Schuld sind, denn dann wiegt die Schuld nichts mehr und zum anderen muß man die auch alle kennen. Das Leben ist nicht einfach. Der arme Söder, hat er doch den starken Mann gespielt bei den Restriktionen um Coronaeindämmung, betroffen ist allerdings der Gegenkandidat, dem ein Gericht die Aufgabe einschränkende Maßnahmen per Allgemeinverfügung präsiser abzuwägen und zu begrenzen benannte. Wer wird denn nun CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat? Onkel Merz findet zur Zeit kein Gehör, obwohl er doch auch will. Die Rivalitäten innerhalb einer Partei können einem egal sein, wenn denn nicht der nächste Bundeskanzler so eng daran gebunden ist. Das Volk wählt nicht so, wie ich es für richtig halte.

11. Juli

I kam mit einem Bescheid vom Rundfunk-Berlin-Brandenburg vorbei, die Geld haben wollen. Das sind immer noch Lumpen und Verbrecher, denn im Bescheid steht Gebühren für den Zeitraum von mit einem Betrag, das wäre in Ordnung, da steht dann „Säumniszuschlag“. Einen Säumniszuschlag ohne vorherigen Bescheid zu verlangen ist rechtswidrig. Und weiter steht da unter Notiz: sie sind verpflichtet den Betrag von … zusätzlich zu zahlen.

Also wird ein Widerspruch geschrieben, da muß man aufpassen, denn der Empfänger des Widerspruchs ist nicht der Aussteller des Bescheides sondern hat eine eigene Adresse. Klar und in drei Worten: Ohne Bescheid ist ein Säumniszuschlag und eine Zahlungsverpflichtung ohne Rechtsweg rechtswidrig, da gibt es kein Geld. Den benannten Teil-betrag des Bescheides wird überwiesen. Schauen wir einmal ob wir wegen acht Euro zu Gericht geladen werden und was daraus wird.

12. Juli

I will nächsten Monat nach Griechenland fliegen, was zu Coronazeiten umständlicher mit Mund-Nasenschutz, Aufenthaltsverfolgung und Abstrichnachweisen ist. Auf die Schnelle habe ich gestern nur unpräzise Pressemitteilungen gefunden. Unter https://travel.gov.gr/#/ ist das konkrete Verfahren zu finden. Das dürfte für den Kollegen eine Herausfoderung werden. Erst einen QR-Code beantragen, den ohne Smartphone und Computer zu erhalten, auf dem Ankunftsflughafen den Code vorweisen und entsprechend ein Abstrichverfahren durchlaufen. Nix ist mit Tasche unter dem Arm und heraus aus dem Gebäude, kostet sicherlich Zeit. Da habe ich noch einen Blick auf die Flugsituation bei Easyjet geworfen, die nur unter Vorbehalt Flüge anbieten, dies zu Preisen, die in den letzten Jahren zu der Zeit nicht mehr zu bekommen waren, Hin und Zurück für cirka achtzig Euro.

Spät Abends habe ich im Fernseher TitelThesenTemperamente gesehen. Unter „Der wunderbare Bansky“ wird das Walled Off Hotel in Bethlehem gezeigt. Ich stand im Januar davor und wußte nichts von dem Innenleben des Hotels.

Das Walled-Off-Hotel ein Gesamtkunstwerk von Bansky.
The-Walled-Off-Hotel ein Gesamtkunstwerk von Bansky.

17. Juli

Gestern beim Arzt gewesen und ein neues Medikament verschrieben bekommen, weil die vorherige Droge trotz beständiger Dosiserhöhung mein Körper ignoriert hat. Das Teil will nicht auf Coroni warten, es hat andere Interessen, die nicht mit meinen übereinstimmen.

18. Juli

In den Tagesthemen wurde heute die Einstellung des Wangeroger Inselboten thematisiert. Die Betreiber wollen sich der Rente hingeben. Das soll mir doch Recht sein. Leider haben sie vergessen wirtschaftliche Informationen zu liefern. Da könnte man doch den neuen Inselcolporteur gründen. Nun gut, das Wetter vor Ort liegt mir nicht so. Und wöchentlich eine Troubadix-Show zu produzieren? Die Themen sollen ja im Watt liegen. Ich brauche aber für die Legende vom Wattwurm Zeit. Wenn man jedoch das ganze als Kollektiv angehen würde, als Schreibwerkstatt für alle auch den temporären Inselbewohnern, käme ein tragbares Konzept heraus.
Und schon wieder hat sich ein guter Lehrer aus meiner Vergangenheit zu Wort gemeldet.

Orginalbild aus Wikipedia verlinkt.

19. Juli

Ich war auf der Suche nach einem Bild, was zwar nicht gefunden wurde, aber ein historisches führte mich zu einer Webseite. Zu einer, die schwerlich bei den (Anzeigen-)suchmaschinen zu finden sind. Da fehlt eine spezialisierte Suchmaschine für graue Literatur. Es war eine Seite von einem neudeitsch genannt Blogger unterhalten wird. Sein Text über die Tour in Israel vor fast einem vierteljahrhundet erlebt hat zeitgeschichtlichen Wert. Allerdings nur in der Gesamtentwicklung des Staates und es ist ein fokussierter Blick ohne um die Ecke zu sehen. Ohne Hintergrundwissen bleibt es nur ein Reisebericht. Das habe ich gelernt: die Frage nach dem Warum zu stellen. Die Antwort muß zufriedenstellend sein, wenn sie das nicht ist: weiter nach Antworten suchen.
Jetzt nicht den Link vergessen, Israel 1994.

21. Juli

R hat auf Facebook wieder ein Schriftbild weitergeleitet. Ich wollte darauf nicht antworten, weil man gegen Dummheit nur seine Zeit verliert. Jedenfalls auf die Äußerung „Was haben Politiker und Zuwanderer gemeinsam? Sie hetzen über Deutschland, aber leben fürstlich von unseren Steuergeldern!“ habe ich geantwortet:
„Entweder der Autor ist dumm oder er will andere dafür verkaufen. Es existieren nicht ‚die‘, weder auf der einen noch auf der anderen Seite.“ Wahrscheinlicher ist jedoch nur ein Nachplappern von nicht Verstandenem. So auch ihr Statement zu der Corona App. Dabei ist der Quellcode öffentlich, der kann von jedem gelesen und geprüft werden.“
R wird darauf nicht eingehen, denn dazu müßte er Argumente vorbringen. Jedenfalls hat er bis jetzt das noch nie getan. Von der Äußerung zur der Corona App wird er nichts wissen, denn dazu muß man den Thread der Akteurin finden und verfolgen.

Gabriele Hohmann fordert auf Facebook am 16. Juni 2020
An alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte die diese STOPCOVID-APP benutzen wollen, Nehmen Sie es nicht persönlich, aber bitte streiche mich von Deiner Telefonkontaktliste und allen Social-Media-Plattformen, die Du verwendest, bevor du die App auf Deinem Smartphone installierst. …“ Es geht noch weiter mit dieser kruden Weltsicht.
Die Frau weiß nicht was dieses Progrämmchen macht, kennt die technischen Voraussetzungen nicht, will aber andere verpflichten zu, ja zu was?
Die Corona-App kann nur von App zu App agieren und auch nur wenn die Blue-tooth-funktion eingeschaltet ist. Wenn sie das Programm nicht hat, bleibt sie außen vor. So einfach ist es. Aber Bill Gates …

Aua, unter ihren Bildchen sind mehrere mit dem Text Verfassungebende-Versammlung.de. Das Zeitfenster dafür hat sich nach dem Mauerfall geschlossen, wurde für die D-Mark verschenkt, es steht nicht mehr ernsthaft zur Debatte.

Wer ruft eine Nationalversammlung aus? Warum der Untertitel in Englisch?

Davon habe ich bis jetzt noch nichts gehört und das scheint auch gut so zu sein. Es erscheint als freischwebende Reichsbürger auf Wolke am Boden. In diesem Nebel sieht man nichts und das auch nicht richtig.

22. Juli

Heute eine Sendung über aktuelle Forschung des Seelenlebens von Hunden gesehen, die Sendung hieß allerdings „Hunde alleine zu Hause“ und lief auf Alpha.
Klingst ersteinmal befremdlich, läßt sich über die Evolution logisch erklären. Hat sich der ausgestoßene Wolf dem Menschen angeschlossen, weil dieser Futter und Gemeinschaft bot, brachte er seine Bewacherfähigkeiten ein. So hatte ein jeder etwas von der Gemeinschaft. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Mensch zum Industriebürger und einer Kleinfamilie, was zu einer Reduktion der Rudelgröße führte. Heute wird ein Hund als Luxus gehalten und die Kleinfamilie gibt es auch immer weniger.

Das führt wegen der Arbeitszeit der Menschen, bei dem sie den Hund einsperren, zum Verlust des Rudels. Das ist Streß, das ist Zukunftsangst des Hundes während er alleine ist, auf Dauer verändert es ihn. Das ist als Hundehalter zu verstehen. Dann kann man versuchen ihn zu konditionieren, was aber auch Grenzen hat. Auf eine einfache Formel gebracht heißt das: Wer sich einen Hund hält, hat eine Rudelordnung sicherzustellen und das bedingt die ständige Präsenz des Rudelführers.

Um das mit EisAge zusagen: „So macht man das in einem Rudel.“

Den Effekt des allein gelassenen Hundes kannte ich aus Zeiten der Hundebetreuung anderer, verstanden habe ich das Verhalten erst jetzt. Ein Hund hat kein Verständnis für die Abwesenheit des Rudelführers über einen äußerst begrenzten Zeitraum hinaus. Das ist eine psychologische Funktion. Der Hund und Psychologie? Keine Frage, der Mensch ist auch nur eine Tier.

24. Juli

Die Ersatzgeburtstagsfeier für F hatte ich nach der Einladung abgesagt, weil Coroni noch quicklebendig unterwegs ist und ich eine Begegnung vermeiden will. L ruft an und erzählt von Absagen von Hinz und Kunz, die verreist sind. F hat Ausgehverbot und kommt nicht, also kurz und gut, es kommt Angela und ihr Spusi. Das ist überschaubar, da komme ich auch zu de Appenzeller-Spätzle.

Abgesehen vom lokalen Hindernis des elektrischen Türöffners, der seinen Willen mit deutlichem Summen des Magnetriegels kundtat und trotz körperlicher Gewalt den Türflügel nicht freigab. Somit wurde Spusi beauftragt die hochmoderne Technik zu ersetzen und so ein bißchen Bewegung vom vierten Obergeschoß in Altbauhöhe und zurück fördert die Fitneß. Hmm, ob er das braucht? Je nach Dynamik in der ich die Höhe erklimme brauche ich nach der dritten Etage ein Pause zum Beruhigen meines Pulsschlages und verbessern der Atmung. Spusi wollte partout nicht vorbei, das setzt mich natürlich unter Druck und so gehe ich unter Mißachtung meiner Rekonvalensz die letzte Etage hoch. Das hat in der Wohnung den Nachteil: ich kann nicht antworten auf all den Krempel der mich zutextet. Das merken die Anwesenden und nutzen das weidlich aus.

Kaum habe ich den Stuhl des Gastgebers okkupiert, werde ich aus dem Weg des Gastgebers gedrängt, der sich an Herd und Spüle bewegen will. Sieben Zentimeter rücke ich näher an Spusi ran, der nicht nachgibt. Keine Pause, Geschichte wird gemacht, ähh, die Teller verteilt und die Suppe anschließend durch Abgabe des tiefen Tellers und Rückgabe desselben in gefülltem Zustand serviert.

Mir ist die Gemüsesuppe etwas zu pfeffrig, was ich kundtue. Nein, da ist ist kein Pfeffer drin. „Aber Curry“, nein auch kein Curry. „Dann Kurkuma“. Mir ist das zu hoch. Ich komme aus einem „anständigen Elternhaus“, da wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Es dauert dann etwas länger und der Koch drängt, sammelt die Suppenteller ein. Er braucht Platz, sagt er. Spusi braucht ein Vodka. Okay, der Bub hat mit der Menuefolge seinen eigenen Umgang, oder liegt es am Gewürz? Die erste Serviertafel findet ihren Platz auf dem Tisch. Spätzle in Lagen zwischen Zwiebeln und oben Käse. Die zweite Platte kommt daneben und er wird erläutert: die hier hat Appenzeller Käse. Schichtung und Aussehen sind gleich. Nur so richtig mitbekommen welche „die hier“ ist, habe ich nicht. Wird man schon schmecken. Es kommt die Anmerkung: das hier ist Emmentaler, das sieht man am Ziehen der Fäden. Das glaube ich großzügig, das ist ein Käse, der in Massen hergestellt und günstig ist. Vor allem ist der Gastgeber kein Produktentwickler von Dr. Oetker oder Superfood GmbH. Also bei Sebastian Lege würde ich nur essen, wenn ich bei der Zubereitung dabei bin. Der serviert Erdbeereis ohne Erdbeeren und Sahne. Bei dem kommt das gesamte Arsenal von Ersatz- und Aromastoffen zum Einsatz. Die DDR-Führung hätte ihn geliebt. Heute ist das Standardwissen bei Käpt’n Iglo und Blaubär.

Dazu gibt es guten Wein, nämlich den von daheim. So gut ist er natürlich nicht, ist er doch aus dem Supermarkt aus dem untersten Regal. Das bedeutet Massenware, Cuveequalität. Er kommt aus Tanks deren Volumen an Talsperren erinnert. Das hört sich nicht so toll an, aber mir schmeckt er und wenn man so ein Glas in der Spüle stehen läßt, dann finden sich auch andere Interessenten ein, die sich an den Resten laben. Also ganz schlecht kann der nicht sein.

Thema des Abends wird dann Urbanes Gebiet. Angelas Küchenausblick soll bebaut werden nach den neuen Regeln des Baugesetzbuches. Davon ist sie nicht nur wenig begeistert, sondern besessen von Widerständigkeit. Da muß nur jemand den Abflußstöpsel in der Badewanne oder der Baunutzungsverordung finden und ziehen, dann wird aus dem Dragonerareal etwas Wunderbares werden, ein Fledermaus- und Spatzenparadies. Jedenfalls ganz sicher etwas anderes als Baumasse, Kapitalvermehrung. Sagt sie, sie sagt auch das urbane Gebiet zerstört das Baugesetzbuch.
Nun, vom urbanen Gebiet habe ich jetzt noch nichts gehört und nach einer kurzen Suche danach, scheint mir das eher Wunschdenken zu sein. Die Stellungnahme der Bundesrechtsanwaltskammer zu dieser Novellierung sagt auch nichts von einem Stöpsel und Zerstörung.
Was bleibt ist konventionell die Entscheidung im Rathaus Kreuzberg-Friedrichshain zu begleiten.

29. Juli

Heute bin ich von der Classic-Remise nach Hause gelaufen, weil ich die Stoffmaske vergessen hatte und in der Gegend keine Einwegmaske bekam. Google sagt in einer Stunde und siebzehn Minuten zu machen. Ich habe zwei Stunden und fünfzig Minuten gebraucht.

Ich mochte die Seitenwinker, wie er hier fehlt.
Austellungsstück in den Hallen.

31. Juli

Auf nebenan war eine Anfrage: Wer kann einen Laptop checken, neues Betriebssytem? Seniorencomputer.

Also keine Informationen was denn los ist. Könnte interessant sein, aber die Wahrscheinlichkeit steht dem eher entgegen. Ich frage an: was denn nicht funktioniere und ich kann nichts mit der Angabe Seniorencomputer anfangen. Neben mir kamen verschiedene Antworten wie ACOM-PC sei ein guter Laden sowie nach Conrad oder Saturn gehen.

Die Antwort war dann präzise sie könne mit der Frage nichts anfangen. Kenne ich natürlich nichts und empfehle: dann ist die Empfehlung nach ACOM-PC zu gehen das Beste, am besten vorbereitet und hänge den Link zu deren Internetseite mit den Dienstleistungen und Preisen daran.

Die Empfehlungsgeberin macht einen Rückzieher: „wußte nicht, das die so teuer geworden sind.“ Nun ist die gesamte Anfrage gelöscht.

Meine Hypothese ist einfach: Irgendwer hat ihr erzählt der Laptop hat Windows 7 als Betriebssytem, das wird nicht mehr unterstüzt und ist total unsicher, sie brauche ein neues Betriebssytem. Da sie aber den Laptop als Seniorin so gut wie nie nutzt, wäre zumindest die Gefahr zu bestimmen, kann man aber ohne Informationen nicht sagen. Informationen würden immer den Kenntnistand der Anfragenden offenbaren und der würde gegen ihre Interessen ausgenutzt, daher gibt es keine. Das hat niemand angesprochen, wie sollten sie auch, die Anfragende wußte ja nicht, was sie wollen sollte.

Also alles beim Alten, war bislang ausreichend und wird es weiter sein.

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16. Juni – 30. Juni

C hat heute angerufen, ihr Auto ist in einer Werkstatt und die will 500 Euro für die Bremsen haben. Das erscheint ihr zu teuer. Was soll man dazu sagen? Ferndiagnose auf Kosten ohne den Auftrag zu kennen und auch sonst ohne Informationen geht nicht. Es soll auch noch ohne Rechnung gezahlt werden. Bei einer Rechnung im nächsten Monat würde sie vielleicht drei Prozent Umsatzsteuer sparen, das wird sofort bezweifelt: das kriege ich nicht.
Nee is nicht, du kannst der Werkstatt sagen: ich will eine Rechnung haben und die getauschten Altteile. Ohne zu wissen, was gemacht wurde und ob es notwendog war, gibt es keine Prognose.

Dann kam noch eine Show „ich bin ein doofes Weibchen“, wo ist denn die Bremse? Auf der linken Seite?

Kannst du nicht da anrufen? Nein, kann ich nicht. Normalerweise würde ich das begründen, halte ich hier jedoch nicht für notwendig. Egal, welcher Preis am Ende aufgerufen wird, er ist immer zu teuer, daran kann ich nichts ändern.

Die Kosten sind mir egal, da gibt es die Handwerkerschiedsstelle, die man anschließend befragen kann, vorausgesetzt man hat eine Rechnung.
Jedenfalls ein Auto, das alle zwei jahre fünfhundert Euro kostet, wo es nicht gefahren wird, ist zu teuer, sagt sie. Dann weg damit, wenn du einmal eines brauchst, nimmst du einen Leihwagen. Das ist natürlich leichter gesagt als auf dem Land einen Leihwagen aufzutreiben.

Bei der Gelegenheit geige ich ihr den Saug-Blas-Heinzelmann um die Ohren. Der Staubbeutel ist zu wechseln und nicht aufzuschneiden und entleeren, denn dann braucht man keinen Antibakteriellen mit Kohle-, Pollen- und Schönheitsfilter. Die Antwort ist „M sollte das doch tun, der hat das nicht gemacht“. Der kann und will das ebenso wie C nicht.
Dann noch den Motor angesprochen, sie kann einen neuen Motor besorgen oder den bestehenden reparieren lassen. Ich kann das nicht. Aber es ist billiger einen neuen Staubsauger zu kaufen. So höre ich jetzt die Geschichte, wie sie das Teil erworben hat. Sie ist nach der Trennung von H in einen Laden gegangen und die haben ihr den Tango verkauft, mit dem könne sie tanzen. Allerdings zweifel ich an der Geschichte, die geht nicht in ein lokales Fachgeschäft und kauft ein Gerät der oberen Preisklasse und überhaupt: was will sie mit einem Staubsauger? In ihrem Haushalt gibt es nicht einmal einen Wischlappen. Eventuelle Tröpfchen und Schmutz werden mit Küchen- oder Toilettenpapier aufgenommen, mehr ist nicht vorgesehen. Alles merkwürdige Geschichtchen.

So, mein Teil abgehakt. Auf die Frage vorbei zu kommen und wie es mit der Fahrt nach Lindau steht, kann ich nur sagen: ich habe mit M keine Vereinbarung getroffen, der muß erst seine Zähne in Ordnung bringen, das ist wichtiger. In der Tat sieht es nicht mit zwei mehr oder weniger großen Lücken im Frontzahnbereich gut aus. Es muß gemacht werden, weil sich das Gesicht durch den fehlenden Halt der restliche Zähne verändert.

17. Juni

Nachdem ich gestern den Saug-Blas-Heinzelmann selig gesprochen habe, habe ich versucht den Motor zu zerlegen, was mittels einer kleinen Hilfskonstruktion überraschend einfach gelang. Schwieriger war es die Kohlbürsten, die in einer recht langen Messingführung hausten, als Ersatzteil zu finden. Es gibt sie sogar, allerdings nicht von Miele, sondern von einem anderen mir unbekannten Staubsaugerhersteller. Da ich zunächst einen auf Miele spezialisierten Ersatzteillieferanten angeschrieben hatte, fand ich den anderen Lieferanten, da habe ich denn auch gleich bestellt. Ja, auch wenn zehn Euro für ein paar Kohlen kein Schnäppchen sind.

Es war wieder einmal fällig den grünen Sack zu entsorgen und zurück nahm ich den Fahrstuhl. Da kam dann der nächste Witz:

Die Grundfläche des Fahrstuhls beträgt 85 cm mal 105 cm. Das bedeutet: die genannte Maximalbelastung von vier Personen reduziert sich auf eine Person. Ganz oben wohnen Leute, die selten alleine unterwegs sind. Der Fahrstuhl ist auch nicht der schnellste, die Empfehlung werde ich wohl gelegentlich ignorieren und die Nachbarn verweisen auf die angeordneten Maßnahmen. Wenn sie die Luft bis zum zweiten Stock anhalten, können wir zusammen reisen. Schließlich habe ich den Altersbonus, die noch älteren wohnen Paterre und deren Verwandtschaft, die oben residierte, haben wir schon begraben.

18. Juni

Die Miele Ersatzteillieferanten haben geantwortet. Nummer eins ganz frech „die Kohlebürsten werden nicht einzeln hergestellt. Sie müssten den kompletten Motor bestellen.“

Dem mußte ich antworten: „dem ist nicht so, ich habe zwei Lieferanten gefunden, notfalls würde ich auch die Kohlen selber in die Führung einlöten, denn das sind Standardkohlen, die es bei Kohlebürstenherstellern gibt.“

Zur Erläuterung kommt jetzt: „Miele bietet die Kohlen nicht einzeln an.
Wir bieten nur die Produkte an, die Miele herstellt.“
Die Aussage stimmt sogar, denn Miele kauft den Motor nur ein, der ist auch in anderen Staubsaugern verbaut. Daher findet man die Kohlebürsten nicht unter dem Markennamen Miele.

19. Juni

Es ist die Zeit der Störche, man kann sie zur Zeit überall in Brandenburg bei ihren Nestern sehen. Da fällt mir das Märchen ein von den zwei Störchen, die Kalif Chasid und sein Großwesir Mansor aus Bagdad gewesen sein sollen. Ein Märchen für Söhne und Töchter gebildeter Stände von Wilhelm Hauff. Nur das Zauberwort will mir nicht in den Sinn kommen. So kann ich den Vögeln nicht helfen. Das muß ich noch einmal nachlesen.

20. juni

Die neuen Kohlbürsten sind mit der Messingführung zu kurz und vor allem die Kontaktfahne zur Anschlußbuchse ist zu kurz. Werden also die alten Führungen genutzt, dazu sind die Kohlen zu tauschen, deren Anschlüsse sind eingepreßt und nicht gelötet. Sie werden abgeschnitten und angelötet. Zuvor müssen sie auch noch verlängerte Anslußdrähte bekommen. Das ganze in der Feder, die den Kohlenabbrand kompensieren und den Kontakt zum Kollektor sicherstellen soll. Ich habe mir das anders vorgestellt, die Absicht hat sich relativ gut umsetzen lassen, bei der zweiten Kohle besser als bei der ersten.

Da müssen die Kohlebürsten das Gehäuse tauschen.

Das Motörchen ist wieder zusammengesetzt und harrt dem Einbau. Genug schmutzige Finger und vor allem habe ich mir den Finger verbrannt, weil ich den Lötkolben an der Heizpatrone anfassen wollte. Weil der Abstandhalter des Lötkolbens verlustig gegangen ist, wird er über die Tischkante gelegt, um nicht den Tisch nicht mit Brandflecken zu verzieren. Da hängt er dann schlecht beleuchtet. Verdammt …

Ein paar Stunden wurden mit einem neuen Videoschnittprogramm verbracht, das es für Unix, Mac und Windows gibt. Nur die Exportfunktion ist nicht freigeschaltet, wie soll man da die Leistungsfunktion bewerten. Nee, lahme Renderingroutinen kenne ich zur Genüge, das probiere ich erst garnicht. Die Anbieter sind auch auf dem Trip: laß die Interessenten erst einmal Arbeit in ein Projekt stecken, dann zahlen die leichter, weil sie ihre Mühen nicht verlieren wollen, denn das Schneiden der Videosequenzen geht mit der Deinstallation verloren. Alles umsonst bearbeitet.

Hinzu kommt der Versuch das Programm als jährliche Lizenz unters Volk zu bringen. Es gibt auch eine lebenslange Lizenz zum doppelten Preis. Aber das kenne ich von den Navigationsgeräten, die meinen nicht mein Leben, sondern das ihres Produktes und das ist nicht definiert.
Ich gebrauche es viel zu selten. Es wurde wieder deinstalliert. Zum Abschluß werde ich gefragt, warum mögen sie das Programm nicht und welches wollen sie stattdessen nutzen. Da antworte ich mit dem Muster „besseres und günstigeres gefunden“.

21. Juni

Mit dem Browser Firefox kann ich mich nicht mehr bei YouTube anmelden und vor allem bekomme ich wieder jede Werbung eingeblendet. Das will ich nicht. Das mit dem Anmelden geht nur noch im privaten Modus, die Werbung ist da auch omnipräsent. Nein, auf die Kanäle verzichte ich. Jedenfalls weitgehend bis ich das Problem wieder gelöst habe. Die wollen mich geistig fit halten, ja da mache mit.
Der Chrome-Browser kommt aus dem gleichen Stall wie Youtube, dem ist noch weniger zu trauen.
Erledigt, Brave blockt anscheinend die Werbeeinblendungen. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Der Saug-Blas-Heinzelmann ist zusammengeschraubt und saugt wieder. Am Anfang machten die neuen Kohlen etwas Dampf, nachdem sie sich auf die vorherigen Nutzungspuren eingeschliffen haben, gibt es nichts mehr zu meckern. Nun ja, die Saugdruckanzeige bewegt sich nicht, die Saugleistung ist da und wurde mittels Läppchen über der Ansaugöffnung kontrolliert. Ach, wo bläst er denn? Das ist kein Saug-Blas-Heinzelmann vom Vorwärts immer, nur ein ordinärer Sauger.

22. Juni

Am Wochenende wurden die deutschen Politiker von ihrer Ignoranz überrascht indem in Stuttgart eine polizeiliche Drogenkontrolle eines Jugendlichen zu einer extensiven Straßenschlacht führte. Das in Baden-Württemberg, welches zu den begüterten Bundesländern gehört und an Bayern grenzt. Was macht der aus Bayern stammende Innenminister der Bundesrepublik? Er fordert härtere Strafen und ist schockiert. Das ist zu nah an Ingolstadt, wo sein Hauptwohnsitz ist. Hilflos fällt ihm nichts anderes ein, wie konnte das passieren? Bestimmt hat die TAZ-Zeitung ihre Hände im Spiel, schrieb da doch einer „unsere Polizei(strukturen) gehören auf den Müll“. Und zack offenbart er sein Denken: zuerst Dienstherr, besser seine Herrschaft und extrem nachrangig und unbedeutend Diener des Staates. Es gibt zwei Arten von Bürgern, die einen sind Polizisten und die anderen.

Nachtrag: Der Innenminister hat für seine Show einen beschädigten Streifenwagen für seine Fernsehbilder eigens positionieren lassen, quasi eine Szene komponiert. Das Nachklappgeschepper macht Walulis. (https://www.youtube.com/watch?v=DSLQ13F13rg)

Dabei sehen nur Blinde nichts, alle anderen brauchen nur eine Polizeistation, ein Gericht betreten um zu erkennen: hier ändert sich etwas. Die Regierenden erwarten das Bezweifeln ihrer Legitimation und ihrer Akzeptanz bis hin zu Aufstandshandlungen. Wenn sich die Staatsdiener verschanzen müssen, dann sind es keine Staatsdiener mehr. Sie müssen sich nicht wegen irgendwelchen Angriffen verschanzen, sie machen das, weil sie ihre Handlungen selber als widerrechtlich und nicht akzeptabel einschätzen. Dazu paßt die weitere Aufrüstung der Polizei mit Panzerwagen und ähnlichen Errungenschaften. Der „Adel“ wird nicht freiwillig abtreten. Wer da noch an eine heile Welt glaubt, dem ist nicht zu helfen.

23. Juni

I kam vorbei mit einer schlechten und einer guten Nachricht, wie er es sagte. Die schlechte war ein Schreiben des Inkassodienstes der S-Bahn, dessen Annahme er verweigert hat und zur Post zurück gebracht hat und nebenbei der Tod des Bruders eines Freundes in Griechenland, den Freund, seine Frau und seine Tochter habe ich vor Ort kennen gelernt, aber dessen Bruder? Die gute Nachricht war eine Lohnerhöhung von mehreren hundert Euro. Er wollte nun wissen, was ihm davon bleiben wird. Den Nettozahlungsbetrag kann man im Internet leicht ermitteln. Es kommen allerdings Nebenwirkungen hinzu. Das fängt mit den Kosten für die BVG-Karte von monatlich neunzig Euro an, geht über die nun wieder fällig werdende GEZ-Kosten weiter und den Einfluß auf das Verfahren mit der S-Bahn ist nicht abschätzbar. Den S-Bahnstreit möchte er ja gern abgehakt sehen, das wird allerdings mit der Annahmeverweigerung des Briefes nicht erreichen. Und strategisch ist es auch falsch den Gegner Informationen zu liefern. Die Annahmeverweigerung ist eine Information, die das Verfahren beschleunigen könnte, was nicht in seinem Interesse sein sollte, weil sein Gehalt nur zeitlich begrenzt gezahlt wird und er anschließend wieder im Hartz vier Bezug sein wird.

Die BVG wollte vor Jahr und Tag ein erhöhtes Beförderungsentgelt von mir erhalten und hat drei jahre lang regelmäßig über ein Inkassounternehmen mich angeschrieben. Da niemals Rückporto beilag, verzichtete ich auf jegliche Antwort. Im letzten Augenblick vor dem Eintritt der Verjährung erfolgte der Mahnbescheid, gegen den Widerspruch eingelegt wurde. Im folgenden Gerichtsverfahren legte ich erstmals meine Sicht der Lage und die Beweise dafür dar. Ein römischer Rechtssatz, der heute gültig ist: falsa demonstratio non facit, dessen Übersetzung in verständlcihes Deutsch lautet: „Eine falsche Bezeichnung des Fahrscheines hat keinen Einfluß auf das abgeschlossene Gechäft.“ Die Stellungnahme des Rechtsanwalts dazu war: ist egal, das Gericht soll mich zur Zahlung verurteilen. Kurz vor dem Gerichtstermin wurde die Klage zurückgenommen.

Is Interesse müßte dahin gehen, das Verfahren bis dahin zu ziehen, denn dann können die einen Gerichtstitel an die Wand nageln, Geld bekommen sie keines im Falle einer negativen Gerichtsentscheidung, aber dazwischen steht noch das Gericht und die konkrete Ausgestaltung ist rechtlich noch nie entschieden worden. Das Risiko geht die S-Bahn-Berlin-GmbH ein. Eine Feststellung, das ihre Forderung nur reduziert Bestand hat, dürfte ihnen nicht gefallen, da sie heute noch anders agieren und erhöhtes Beförderungsentgelt ungerechtfertigt generieren.

Nun, die nächsten Schritte des Inkassodienstes könnte die Beantragung eines Mahnbescheides sein, auf den reagiert werden muß, was ich ihm deutlich angekündigt habe. Insbesondere das jetzt von seinen Arbeitskollgen gelernte Verweigern der Annahme des Schreibens funktioniert nicht.

25. Juni

Gerade wollte ich eine to-do-liste anlegen, stattdessen habe ich die drei mails gleich geschrieben.

Der rechte Kollege kann seinen Helm nicht sichern.
Eine echte Corona-Version gibt es (noch) nicht.

26. Juni

Heute habe ich von einem Bauvorhaben hier um die Ecke erfahren. Auf dem Gelände, wo Pit-Stop an der Martin-Luther-Straße in einer eingeschoßigen ehemaligen Tankstelle residiert, soll die gesamte Fläche mit einem elfgeschossigen Haus bebaut werden. Das ist ein Plan der Architekten das maximal zur Zeit mögliche an Baumasse und Grundstücksausnutzung aus der Bebauung herauszuholen. Weil der jetzige Zustand eine weitgehende Versiegelung hat, machen sie den Rest auch noch platt. Aber mit Schmackes, die Grundfläche wird komplett überbaut. Das wird eine Geschoßflächenzahl von 9,9 und so etwas ist in Berlin doch recht selten. Der entsprechende Verwaltungsvorgang Vorhabenbezogener Bebauungsplan 7-93 VE „Barbarossadreieck“ ist ein reines Verkaufsprodukt. Es wird die schöne neue Welt beschönigt. Da wird doch keiner aufmucken. Die Bäume in der Seitenstraße sind im ausgewachsenen Zustand und in ihrer Maximalhöhe. In der Zeichnung stehen hinter dem Gebäude Prachtexemplare von Architektenbäumen mit einer mehrfachen Höhe. Die Fassade soll begrünt werden, was nur bei zusätzlichen Obergeschossen möglich erscheint. Vielleicht ist es nur Fassadenfarbe.

Rechts im Bild die speziellen Architektenbäume.

Auf der Titelseite des Bauantrags klotzen die Interessenten von der anderen Seite. Nur, wenn das Gebäude realisiert wird, ist kein Platz für irgendwelche Bäume mehr da.

Platz für Straßengrün ist bei diesem Bauvorhaben nicht vorgesehen. Für eine richtige Pyramide wird der Bauherr sicherlich noch zwei Obergeschosse spendieren.

Informationen wie sich die Bezirksverordneten dazu verhalten habe ich nicht.
Unterlagen zu der geplanten Maßnahme und Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 8.7.2020 unter:
https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung/bebauungsplan-fuer-meinberlin/bebauungsplan.939117.php

27. Juni

Wieder ein Tag an dem nichts geschafft wurde. Obwohl bestes Sommerwetter ist habe ich um elf Uhr gefrühstückt. Anschließend die Blümkes und die, die es erst noch werden wollen, mit Wasser versorgt. Die saufen unbotmäßig, cirka fünfzehn Liter verschwinden in den drei Behältern. Es war recht warm auf dem Balkon also Siesta gemacht. Siesta mußte unterbrochen werden, mein Körper signalisierte Unterzucker. Das ist Zeit für Schokolade, damit die mit einem selbstgemachten Köfte, die sind nicht so wie gewünscht geworden, wirken kann, das Bett aufgesucht. Da war der Tag fast schon vorbei, jedenfalls lohnte es sich nicht mehr, das Werkzeug zu greifen und herunter zum Radl zu gehen. Vielleicht morgen, aber da soll es Gewitter geben. Schau’n wir einmal, warten wir den Sonnenaufgang ab, bei Kerzenlicht und Kristallweizen.

Nun, es ist ein milder Abend und der griechische Salat mundet exquisit. Ob ich mir ’nen Retsina aufmache? Nee, es gibt nur noch europäisch-flach geharzte Weine. Da schlabber ich mir einen oder zwei Ouzo. Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein. Das hat mir Stavros anno dingens gesagt und von Retsina abgeraten, das war angesichts des offerierten Weines gut. Wußte ich vorher natürlich nicht, aber gibt in Thessaloniki auch guten Retsina? Zu Dimis Studienzeiten ja, die sind jedoch Vergangenheit. Im Supermarket um die Ecke nicht, wo ich das Angebot ‚rauf und ‚runter probiert habe.

Retsina am römischen Markt in Thessaloniki.

Da fällt mir ein: in Anastasia muß noch eine Flasche stehen, da ist mir die Zeit damals davon gelaufen und im Januar Dimitrios. Ich sollte mit Ilias verhandeln, dem Erben. Nachteil ist allerdings: das Dorf liegt abseits von touristischen Hotspots und das ist bedeutsam für so vieles. Selbst die einzigste Taverna im Dorf ist schon lange geschlossen.

28. Juni

Biomüll heruntergebracht und Geld gefunden.

In bin jetzt reich, umgerechnet 16 EuroCent, dafür bekomme ich ein halbes Brötchen beim Bäcker, also nichts. Ich sag es euch, Reichtum ist nicht alles.

29. Juni

Nachdem meine Motoradwerkstatt meinen Termin abgesagt hat, weil Kollega sich einen Leistenbruch genehmigt hat, stand zunächst den alternativen empfohlenen Schrauber in der Classic-Remise-Berlin kennen zu lernen auf dem Programm. Da die Vermarktung der Remise mir etwas zu luxuriös und teuer erschien, habe ich mir die Bastellösung als zweite Option vorgestellt. Die ich doch zumindest näher begutachten sollte. Die kochen auch nur mit Wasser und das kann ich auch.

Rein zufällig stand der rechte Zylinder auf der Kennzeichnung D am Zahnkranz in der Position am Schaufenster. Besser kann es nicht kommen. Laut Werkstatthandbuch ist das die Position für 0-2 Grad vor dem oberen Totpunkt, genau richtig für den Einbau des neuen Zündgebers.

Die Schwierigkeiten begannen erst später. Der elektrische Anlasser ließ sich nicht ausbauen, er stieß an einem Signalgeber für irgendetwas an und an die Schrauben dafür kam man auch nicht heran. Ob der Ausbau der Ganghebelmechanik etwas brachte war fraglich, jedenfalls hatte ich dazu keine Lust. Den nächsten Arbeistschritt die Mutter auf der Kurbelwelle ließ sich ohne Fixierung derselben nicht lösen. Die Operation wurde abgebrochen und alles in den Ursprungszustand versetzt. Bis auf die Demontage des neuen Hallsignalgebers, bei dem man fast nichts falsch machen kann. Der blieb an Ort und Stelle.

Nach dem Wirken des Scheiterns und schon fast den Kollega Remise anrufen wollens, steht die Herausforderung wieder im Vordergrund. Der kann auch nur mit Wasser kochen. Gut, ich habe weniger Erfahrung, das kostet mehr Zeit, die ich habe. Morgen ist ein neuer Tag, da werde ich es in Angriff nehmen. Jetzt erst Recht.

In der Nacht werde ich so richtig munter und auf YT wird mir ein Video vom Testen der ersten Klasse bei Quatar Airlines angeboten. Die Erfahrung fehlt mir noch. Das Geld dafür auch. Anschließend zieh ich mir noch den Jahreswechsel 2020 auf dem Flug nach Seoul rein. Dann folgt das Schreiben hier und Muke von Goran Bregovic. Die Flasche Wein geht dem Ende zu, da kann ich ins Bett gehen.

30. Juni

Die Bastelgeschichte geht nicht weiter. Ich habe zwar nachgesehen, wie der Ganghebel befestigt ist, da ist mir in Erinnerung gekommen, wie ich die Mutter, die ich unterwegs ersetzen mußte, mit Kleber gesichert habe. Das gibt sicherlich Probleme und deshalb wurde die Operation erst einmal auf später verschoben.

Allgemein

6. Juni – 15. Juni

Der Saug-Blas-Heinzelmann ist am Ende, auf Einschalten hat er nicht reagiert. Wie kann er auch, der Staubbeutel nicht nur voll, sondern prall voll, da geht nichts mehr rein. Das ist jedoch ein Beutel, der von Miele als Wegwerfprodukt wegen der Filterfunktion konstruiert wurde. Hat die ehemaligen Besitzer nicht interessiert, der wurde aufgeschnitten und entleert, anschließend zugenäht. Die Naht wurde später wieder aufgemacht, wahrscheinlich wieder entleert und dann mit drei Sicherheitsnadeln verschlossen. Wie es den weiteren zwei Filtern im Leben ergangen ist, wird nicht viel besser sein. Da kommt man ja nicht heran, ist ja schmutzig. Ja, einer ist ein Kohlefilter, der ist innen schwarz. Jedenfalls jetzt läuft der Motor, riecht stark nach Abbrand und ist dermaßen gekapselt, da komme ich nicht an die Schleifkohlen heran. C bekommt den Motor und kann einen neuen besorgen. Das wird sie nicht schaffen, bei dem Zustand des Heinzelmanns wird es wohl bleiben.

Bei dem Staubentsorgen steht neben den Mülltonnen ein Fotostativ mit einem Zettel „zu verschenken“. Nehme ich erst einmal mit. Klar, war defekt, eine Führungsgewindestange läßt sich nicht mehr fixieren, das Gewinde sieht teilweise überdreht aus.

Hersteller ist Silver-Crest und läßt sich als Lieferant von Lidl-Schrott identifizieren. Grandios ist dann der angebotene Service, denn eine Bedienungsleitung kann man in verschiedenen Sprachen herunterladen, Ersatzteile werden nicht angeboten. Da schreibe ich eine mail. (die erwartungsgemäß bis zum 12. Juni nicht beantwortet wird. Nun doch:
„bei dem reklamierten Artikel handelt es sich um ein Verschleißteil / Verbrauchsmaterial“. Wenn es sich darum handeln würde, sind diese Verbrauchsmaterialien oder Verschleißteile als Ersatz anzubieten, jedoch das machen sie nicht. Die machen eine Neudefinition für ein Stativ: nur zur einmaligen Verwendung vorgesehen. Jetzt kann ich bei Lidl auf die Waren von SilverCrest den Hinweis auf den Charakter der Ware als Verbrauchsmaterial verlangen. Fragen wir doch glatt einmal nach.)

Wenn die mir keinen Ersatz günstig schicken können, dann mache ich auf Klempner und es kommt eine elegante Gewindestange zum Einsatz. Gibt es im Bauhaus als Meterware. Was ich mit dem Stativ will, weiß ich nicht, es hat eine größere Höhe als mein vorhandenes, was nicht genutzt wird.

7. Juni

Im Nachbarhaus haben sie einen Rohrbruch bei der Wasserversorgung, zunächst kam der Störungstrupp und sperrte den Zufluß ab, was nur nach Entfernung eines PKWs aus den Parkbuchten möglich war. Zur Notversorgung wurde ein temporärer Wasserhahn am Straßenrand angeschlossen, den keiner genutzt hat. Da es nicht ganz so dringlich war, wurde die Polizei gerufen, die den Besitzer des Fahrzeugs ermittelte und herbeizitierte. Eine Baustellensicherungsfirma kam und sperrte drei Parkplätze. Stunden später kam ein anderer Trupp, der am Haus eine Grube maschinell aushub und darin werkelte. Gegen Abend war die Operation beendet und die Grube wieder zugeschüttet. Die Parkplätze wieder freigegeben indem die Absperrung an den Straßenrand zur späteren Abholung positioniert wurde. Die provisorische Wasserversorgung wurde gegen 23 Uhr abmontiert, mittels Sperrventilschlüssel auf dem Pflaster (Schepper), wurde mir das mitgeteilt.

8. Juni

Heute wurde in den alten Webpräsenzen herumgesucht. um sie wieder zu aktivieren. Irgendwie war Otto Bahr aus Bodenwinkel auch nicht weiter gediehen (oder die Version, die ich fand, war es nicht). Dabei hatte ich doch schon neuere erweiterte Informationen, aber das ist auch schon in paar Tage her. Jedenfalls kommt bei erneuter Sichtung weitere Information zum Tragen.

Zunächst war die gesamte Darstellung mit dem Netscape Navigator gestrickt, was immer zu Kollisionen mit dem Internet-Explorer führte, die beide Monopole auf dem Servermarkt anstrebten. Das eigentlich gute Konzept der HTML-Sprache wurde durch die Akteure damit zum Absurdum geführt und bereitete den Weg für die Content-Management-Server, die mehr und mehr Rechenleistung auf den Servern erforderten. Daneben etablierten sich Erweiterungen aus dem Segment Personal-Homepage-Programm, die ebenfalls Rechenleistung und Datenbankfunktionen fraßen. Mit dem Ergebnis der zu langen Ladezeiten, die man wiederum mit Cloudlösungen zu Geld machen will.

Ich neige eher dazu auf die Optionen für eine Darstellung auf Handy, Tablett und exotischen Browsern zu verzichten und zurück zu puristischer Darstellung mit einer Bildschirmgröße und einem Zielbrowser zu gehen.
Die Arbeit ist halt das Extrahieren des Materials aus WordPress, da aber die Darstellung mir zu lahm wird, ist zum nächsten Kündigungstermin der Webpräsenz ein Wechsel angesagt.

9. Juni

K kam ihren Hausrat einzusammeln. Dabei haben wir die Lampe wieder zerlegt. weil das Lampenhalterröhrchen nicht fest genug erschien und nicht bei sechzig Grad Neigung fixiert blieb.
Nun weiß K welch Fummelei die Konstruktion erfordert. Mit eben einmal darüber wischen ist es nicht getan. K nimmt die Schräubchen und Scheiben in einem kleinen Filmdöschen mit. Ich bin gespannt, wann, mit wem und wie der weitere Vorgang vonstatten geht.

Wir haben dann ein kleines Flascherl Wein geleert und das war es dann.

11. Juni

Weil die Tagesschau Benzinpreiserhöhung angesagt hat, wollte ich Tanken fahren, aber der aktuelle Preis war mir zu hoch. Ich denke der als Feiertag in meinem Kalender angezeigte Fronleichnam wird die Ursache dafür sein. Poker ist angesagt: heute setze ich aus. Da das Fahrzeug mehr steht als rollt, ist Totaleinsparung günstiger als billiger Tanken. Einsparen ist jedoch relativ. Je weniger gefahrene Kilometer desto höher der Einfluß der Kosten für Versicherung, Wartung und Steuern. Die Kosten je Kilometer erhöhen sich.

13. Juni

Gestern zu einem bestimmten Baumarkt gefahren, der nächste hier fast um die Ecke, bot mir eine Silikonkartusche für über sechs Euro, während die Konkurrenz bei zweieinhalb lag. Ich brauche nur zwei kleine Punkte um einen Spiegel zu fixieren, der Rest der Kartusche wird alt und sich verfestigen. Es gibt sie in den Farben weiß und grau für zwei Euro, in transparent teurer, ich tue mich schwer, transparent ist für eine eventuelle spätere Verwendung flexibler aber fünfzig Cent für diese Option.
Lustig erscheint die Coronawegeführung im Laden, die Ein- und Ausgänge sind mit aufgemalten Wegweisern als Einwegspuren markiert, innen, bei den Produkten ist das nicht opportun, man findet ohnehin nicht das Schild Fugensilikon, gibt es nicht. Versuche ich es bei den Fliesen und da findet sich auch ein ganzer Gang voll mit diesem Zeugs. Nur an meinem günstigen Produkt steht einer mit seinem Einkaufwagen und weiß nicht wie er sich entscheiden soll. Den will ich nicht abwarten und greife in das untere Regal, so richtig kann ich die Farbe nicht erkennen, scheint grau zu sein, aber egal. Dann besichtige ich das Angebot von ähnlichen Angeboten den Regalgang entlang. Nichts zu finden in einem kleineren und günstigeren Gebinde bei einer Auswahl, dessen Vorteile ich nicht einschätzen kann. Auf dem Rückweg ist der Zauderer weg und ich sehe wie die Kartuschen farblich codiert sind, da tausche ich doch grau gegen weiß, die Wahrscheinlichkeit etwas in Küche oder Bad in weißem Silikon auszubessern ist höher.

Auf dem Heimweg machte ich eine Unterbrechung bei dem Ausrüster für Motorradfahrer Polo. Die Kaffeestube am Eingang ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt und geschlossen, der Zugang zu den Verkaufshallen hat auch ein schmuckes Flatterband als Wegführung für Zu- und Ausgang. Es steht ein Schild mit der Bitte eine bereitgestellte Einkaufstasche mit in den Laden zu nehmen, dessen Anzahl eine Begrenzung der anwesenden Kunden signalisieren soll. Es sind jedoch keine Taschen zu sehen, die sind erst nach der zweiten Eingangstür versetzt an einem Ständer positioniert, könnten sonst von der Kasse nicht gesehen und kontrolliert werden. Ist insgesamt aber ein Witz, in dem Laden habe ich noch nie soviele Kunden gleichzeitig gesehen, wie es jetzt an Zähltäschchen gibt.

Noch etwas neues im Shop:
Desinfizieren.

Wenn ich mit meinen Handschuhen ankomme, deren Innenfutter sich vor Jahren aufgelöst hat, habe ich Abfärbungen an den Händen, die sich damit richtig verschmieren.

Das würde nicht gut aussehen.

Ein neuer Rückspiegel würde mich interessieren, der sollte farblich und in Form zum Motorrad passen, preislich liegen die angebotenen Produkte eher im Bereich Künstlerunikate, es fehlt ihnen allerdings die Eigenschaft „Schmuck“. Die Blinker würde ich auch gegen Lauflichtblinker in LED tauschen. Meine Vorstellung geht in Richtung Designanpassung, schließlich haben die Packtaschen Aussparungen, die damit korrespondieren müssen. Da wäre das Lauflicht in Form des at-Zeichens <—@ ein Wunsch.
Schließlich schleiche ich mich mit dem kostenlosen Großeinkauf der Motorradszene von dannen.

Was fehlt? MeckPom

Heute Nachmittag fröhliches Basteln. Der linke Spiegel hat schon die letzten beiden Jahren Spirenzchen gemacht, deshalb habe die Sternfahrt letztes Jahr nur auf der rechten Spur mitgefahren. Jedes zweite mal beim Blick in den linken Rückspiegel war er verstellt und alle Nachbesserungsversuche blieben nur zeitweise erfolgreich. Das ist hinderlich.

Aha, so sieht das Innenleben aus, Hier kommen vier neue Silikonpunkte zum Einsatz. Zunächst sind die Auflösungstendenzen am Halter zu begrenzen mittels Zwei-Komponten-Kleber. Nur: das Material weigert sich, indem es weiter bröselt. Eine zweite Gummiplatte soll unter dem Kugelgelenk die Reibung erhöhen, damit der Fahrtwind den Spiegel nicht verstellt. Das hat er schon vor Jahr und Tag gemacht, deshalb bekam er eine Gummibremse.

Das war mühsam und ist der Grund, warum sich die Spiegelscheibe immer weiter gelöst hat.

Es regnet, nachdem sich ein Gewitter die letzten drei Stunden angekündigt hat. Da wird die Montage des Spiegels auf morgen verschoben. Uiih, ob ich da die Tour mitmache – ja da muß ich doch nachsehen, wohin es gehen soll und wie das Wettergeschehen morgen früh aussieht. Nasse Füße und Regenpelle mag ich weniger, nämlich garnicht. Oiih, die wollen um 10:30 in Hohen Neuendorf starten. Ob ich das schaffe mit Spiegel montieren und Anfahrt. Na, ich hoffe das Wetter entschuldigt mich, obwohl ich vorher mit dem ersten Tag der Sternfahrt als erfahrener Deutschlandtourer geklotzt habe.

Die Vorschau sagt, immer dem Regengebiet hinterher. Das scheint keine gute Idee zu sein, zumal heute mittag in der Vorschau kein so ausgedehntes Regengebiet prognostiziert wurde, wie es jetzt im Regenradar angezeigt wird.

Das ist vor dem Start zu klären.

14. Juni

Der Wecker meldet sich um acht Uhr dreissig zu früh. Nach ein paar Minuten Besinnung, soll ich oder soll ich nicht, will ich zunächst die Wetterlage klären. Wetteronline sagt Restausläufer ziehen am äußeren Rand der geplanten Tour nach Nord-Westen ab. Bis wir da sind, könnten die weg sein, könnten sich aber auch neue Schauer bilden. Davon gehe ich nicht aus und montiere vor dem Frühstück den Rückspiegel.

Bis auf den kleinen weißen Streifen Silikon, der die Metallscheibe des Kugelgelenks halten sollte, weil der Zwei-Komponenten-Kleber auf den Bröseln Plastik nicht hielt, ist das Ergebnis gut. Bei dem Zerbröseln des Kunststoffs wird sich das nächste Problem entwickeln.

Die Zeit rennt, wie lange brauche ich bis zu dem Treffpunkt? Google sagt „bei sofortigen Start bin zehn Minuten früher da“. Das schaffe ich nicht, zum einen habe ich den Kaffee noch nicht ausgetrunken und sofort starten ist nicht drin, das Navi hat noch nicht die Tour oder den Startpunkt. Ich lasse mir also Zeit, denn zugesagt habe ich den Leuten vorsichtshalber nicht.

Später bin ich bereit, die Rüstung angelegt und den Koffer mit der Regenprohylaxe montiert (hihi, ein Klappriegel), schaue ich die eingeschaltete Kamera an, die frech antwortet „ful“. Noch einmal zurück und den Chip auf dem Computer gesichert und gelöscht.

Um halb eins fahre ich dann zum Insbrucker Platz auf die Stadtautobahn Richtung Wedding, die später über Tegel auswärts führt. Verdammt voll die drei Spuren. Bei der Ausfahrt Stolpe weise ich das Navi an zum Anfangspunkt der Route mich zu führen. Das eiert mich über merkwürdige Schleifen zu einer AGIP-Tankstelle neben der Autobahn. Das ist verkehrt, der Treffpunkt war eine HEM-Tankstelle in Hohen Neuendorf. Hier habe ich 2012 die Tour zum Guzzitreffen in Dobbertin abgebrochen, weil in Tegel der Regen stärker wurde und das Wasser sich einen Weg durch eine offene Tasche in die Kombi suchte und fand. Eingeweicht wollte ich das Wochenende dort nicht im Zelt verbringen, es war ohnehin ein paar Regentage angesagt. Heute war hier Sonnenschein und nur ein bißchen Schnupperkurs angesagt. Los gings durch Henningsdorf, am Scheunenviertel Kremmen vorbei, wo sich vor Jahr und Tag eine Scheune sich als Motorradtreffpunkt ins Gespräch bringen wollte.

Mit sechzig bis achtzig Stundenkilometern schaukel ich durch den warmen Sonnenschein.

Am Straßenrand steht ein Tourischild in braun „Schlacht bei Fehrbellin„. Hmm, da weiß ich garnichts von.

Nach dem Ende des dreissigjährigen Krieges im 16. Jahrhundert spielte Brandenburg keine Rolle, die (militärische) Musik spielte Schweden und Frankreich.

Von N3MO – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2000028

Hier wurde die damalige Großmacht Schweden von den unbedeutenden Brandenburgern geschlagen. Das hatte zur Folge den militärisch-politischen Aufstieg Preußens.

Nebenbei wurde gleich geklärt, was ein Dragoner bedeutet. Das Berliner Kreuzberger Finanzamt haust in der Dragoner Kaserne am Mehringdamm. Die Dragonereinheiten sind entstanden indem erbeutete Pferde den Infanteristen zu Transportzwecken überlassen wurden und diese sich mobiler bewegen konnten.

Ein Spottvers machte damals die Runde von den neuen Einheiten: Dragoner sind halb Mensch, halb Vieh, aufs Pferd gesetzte Infanterie!

Eine Strategie, die die Indianer auch ohne Kenntnis des Urprungs anwendeten.

Heuer soll nächste Woche an der Hakenberger Kirche wieder gesiegt werden. So die Märkische Oderzeitung vom 4. Januar 2020.
Das wird aber nix, Coroni will keine Veranstaltungen mit einer unbekannten Menge von Superspreadern, wie das jetzt so heißt.

15. Juni

Den Großteil des Tages mit der Aufarbeitung des gestrigen verbracht. Ein Teil steht in der Facegroup Moped-Traudl und auch frei zugänglich, mehr in einer reduzierten Form, da dort mit Werbung gutes Geld verdient wird, nur eben nicht von mir. Ich will halt nicht der Goldesel sein, auch nicht mittelbar und so wird bei mir die Werbung gefiltert. Der Dreck, der als Beiträge getarnt ist, kann ich nur schwer als unerwünscht markieren, geht aber auch, Meine Absicht ist: bei angebotenen Touren nicht nur die Gegend zu besichtigen, sondern auch das eine oder andere zu erfahren. Das macht natürlich Arbeit, die jemand machen muß.

Heute wurde in den Nachrichten die Reisefreiheit thematisiert, Mallorca vorne weg. Da war ich schon einmal. In der saure Gurkenzeit Mitte Januar und das war mir zu kalt, hatte dennoch den Vorteil wenig Touristentrubel zu bieten. Und jetzt tauchen auch die Meldungen auf: die Bundesregierung verschickt Rechnungen für die Heimholaktionen. Damals hat keiner davon gesprochen. Es ist aber nichts neues. Ich habe nicht nur Rechtswissenschaften studiert, sondern auch das eine oder andere gelernt.

Strategisch war das nicht ungeschickt. Die Regierung läßt sehr viele Bürger heimholen, nach dem Motto „koste es, was es wolle“. Die Zustimmung dazu ist sehr hoch. Später werden die Betroffenen zur Kasse gebeten, die sich zumindest einen Aufenthalt in fernen Ländern leisten konnten und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit die Rückholkosten zahlen können. Jedenfalls ist es eine kleinere Gruppe, die da unter Umständen gemolken wird. Aber: unsere Regierung tut was. Das Geschäft ist noch nicht abgeschlossen und ob rentabel oder nicht, zeigt sich erst viel später, da will Heiko Maas doch etwas bremsen: Das machen wir nicht noch einmal.

Allgemein

27. Mai – 5. Juni

Der Erstschlag vom 10 Mai wird beantwortet und die Mobilmachung angeordnet. Wegen dem Angriff auf mein Mobiltelefon, der zur Folge den Ausfall desselbigen bedeutete, wurde in der Zwischenzeit Schanzarbeiten in Form von Wiederherstellung und Firewalloptionen des Androidsystems geleistet. Nun wurden die Kundschafter in Form von Strafanzeige, Datenschutzbeauftragten, Bundesnetzagentur und einen Pressseverlag losgeschickt. Die Polizei hat die konkreten Täter zu ermitteln, denn ob die Telefonnummer auf dem Sperrbildschirm stimmt, kann ich nur vermuten. Den Inhaber der Nummer kenne ich, der ist ohne Hilfe nicht in der Lage einen solchen Angriff zu leisten. Der oder die Helfer sitzen bei Google. Da fängt der Spaß an. Eine email an Kontakt wurde nicht beantwortet. Bei denen muß man mit stärkeren Kanonen auffahren, ein Mensch alleine zählt nicht. Wenn jedoch die EU-Beamten realisieren, die könnten die halbe Bankenwelt in Europa lahmlegen indem sie das bestätigende Authentifizierungsverfahren für Bankaufträge über Smartphone blocken, könnte es anders aussehen. (Oh ja, der Schockwellenreiter von John Brunner hat eine solche Funktion ohne Kenntnis von einem Smartphone genutzt.)

Das Packet mit der neuen Zündbox für’s Radl ist eingetroffen.

28. Mai

Heute ist der QR-Code für die Aktivierung der Secure-App im Briefkasten gewesen. Nun kann ich wieder auf mein Bankkonto zugreifen und mich darüber ärgern, wenn die Zahlungseingänge ausbleiben.

Die Bundesnetzagentur fragt mit einem Standardschreiben auf der zehn Punkte abgefragt werden nach. Ich liebe solche Nachfragen, mein Schreiben, in dem alles dargelegt wurde, haben die nicht gelesen.

1. Wurde beim Surfen im Internet ein PopUp-Fenster mit einer Viren-/Trojanerwarnung/Sperrhinweis/Fehlermeldung oder einem Supporthinweis angezeigt?
2. Bitte geben Sie die im PopUP-Fenster angezeigte Rufnummer an.
3. Wurde die im PopUp-Fenster angezeigte Rufnummer auch angesagt, oder war ein Warnton zu hören?
4. Haben sie diese Rufnummer zurückgerufen?
5. Wenn sie zurückgerufen haben, wer hat sich gemeldet? Google, Andoid-Support, Support-Dienstleister.
6. Wurden beim Rückruf weitere Rufnummern angegeben?
7. Erfolgte ein Kostenhinweis für die Beseitigung des Problems?
8. Haben sie die Kosten für die Beseitigung des Problems bezahlt? (ggf. bitte eine Kopie der Rechnung beifügen)

9. Haben sie eine Anzeige bei der Polizei erstattet? Wenn Ja, bitte das Aktenzeichen angeben.
10. Wann wurde das PopUp-Fenster angezeigt? (Tatzeitpunkt, Datum)

Dementsprechend gibt es alle Antworten passend zu dem Fragenkatalog. Also
1. Nein,
2. wie im Anschreiben,
3. Weiß ich nicht mehr
4. nein
5. entfällt
und so fort. Jetzt kann ein hochbezahlter Mitarbeiter hinter jedem Punkt einen Haken machen. Alle Angaben vorhanden.

29. Mai

Heute einen Ausflug nach Siemenstadt gemacht um die Örtlichkeit des ehemaligen Kaufhauses Stein in Augenschein zu nehmen. Da ich vor Jahren im Wernerwerk als Handwerker beschäftigt war und ich keinerlei Erinnerung an ein Vorkriegskaufhaus dort hatte, war das anzusehen. Man kann dort nichts mehr sehen. Dieser Teil ist schon neu bebaut worden bevor ich nach Berlin kam. Lediglich die Hausnummern geben ein Indiz auf frühere Zeiten, der ganze Häuserblock zwischen den beiden Straßen ist Nummer 82. Stellt sich die Frage ob das alles das Kaufhaus war oder vielleicht doch ein bißchen kleiner und mit Grünflächen nicht so eng bebaut war. Das wird sich kaum zur Illustration des Besuches von Ruthi in Haifa eignen.

Und schon wieder bin ich unter Zeitdruck, ich habe den Text über den Besuch des Ma Hod angekündigt und es liegt noch nichts vor. Bilder gibt es keine, weder eigene noch Pressearbeit der Einrichtung. Die Fundstelle für Volunteers ist irgendwo bei Facebook zu suchen.
Ich bin gespannt, was das ergibt. Vielleicht sollte ich großzügig den Termin verschieben? Das kann ich ja morgen noch machen.

30. Mai

In den Smartphone Einstellungen einen Unterpunkt Geräteadministratoren gefunden unter dem ein Eintrag „mein Gerät finden“ aktiviert und deaktiviert werden kann. Habe ich jetzt deaktiviert. Es ist unglaublich, welche Funktionen standardmäßig ohne den Nutzer jemals darüber informiert und gefragt zu haben in diesen Geräten versteckt und genutzt werden.

Sicherheit ergibt sich nur mit Ausschalten des Smartphones, alles andere ist wie eine Fußfessel.

Es beschäftigt mich, wie und wann wurde mein Telefon blockiert? Es handelt sich um eine Funktion, die im Betriebssystem tief verankert sein sollte. Aber kann man das sicher sagen? Auf dem Display wird etwas angezeigt, von wo es geladen wird, ist nicht ersichtlich. Eine Verbindung über WLAN zum Internet bestand zu dem Zeitpunkt nicht. Es könnte jedoch Tage oder Monate vorher geladen und aktiviert worden sein. Es muß jedoch als Dienst gestartet worden sein und das ist bei einem Unix-System, was Android ist, mit einem Rechtesystem gesichert.

Das Problem ist zur Zeit nicht einfach zu lösen und daher muß das zweite Authentifizierungsverfahren für Bankfunktionen mindestens durch ein weiteres Verfahren substituiert werden. Für andere wichtige Apps sind die Speichereinstellungen auf eine lokale SIM-Karte zu fixieren. Das ist wiederum nicht so einfach zu bewerkstelligen, weil von den Anbietern nicht so vorgesehen.
Das Ergebnis heißt einfach: ein Smartphone ist unsicher und nur ergänzend nutzbar.

Ich bin am Schreiben und nebenbei am Suchen im Facebook Messenger unter der Gruppe Israel Dezember, wo so einiges an Aufarbeitung und Information sein müßten. Zunächst versucht den gesamten Chat herunter zu laden, was nicht gelungen ist.
19:10 Jetzt mache ich mir erst einmal einen Kaffee.
19:50 Anstatt weiter zu schreiben, hole ich mir den gesamten Chatverlauf in Einzelaktionen. Mühselig
21:20 geschafft, aber ein gesuchter Link nicht dabei, muß in einem anderen Chatverlauf sein
Veröffentlichung steht auf 23:30 – wie weit werde ich kommen,
jetzt zu einem Bier, denn gegessen habe ich jetzt

31. Mai

Drei Uhr fünfzig, ich habe den Tag „Maon Hod“ fertig und draußen beginnt die Dämmerung. Einen nächsten Termin für den Bericht des nächsten Tages gebe ich nicht vor. Da ist noch etwas Recherche notwendig.

Jetzt noch das Bier austrinken und schnell ins Bett. Morgen will Ilias kommen und dann vielleicht vor dem Aufstehen.

Um sieben Uhr bin ich das erste mal auf, das ist zu früh. Dann wird’s aber wieder eng, kurz nach zehn Uhr, um elf hat sich die arbeitende Bevölkerung angekündigt. Schnell Kaffee aufgesetzt und ’ne Scheibe Brot belegt. Per Facebook meldet Ilias den Aufbruch. Was er mit einem akademischen Viertel einhält.

Um zwei brechen Liana und Ilias wieder auf und ich zur Mittagsruhe.

Abends stelle ich fest: schon wieder zwei Tage den Ertrag der Solarpanele nicht notiert. Da es sich ohnehin nicht um fette Leistung handelt, wird der Wert gemittelt.

1 Juni

Das Kaufhaus Stein macht Probleme bei der Recherche, obwohl letztes Jahr drei Stolpersteine verlegt wurden, gibt es kein Foto vom Haus. Dafür ein Buch aus neuerer Forschung an der Humboldt Universität, kostet 24 Euro, aber ob ich darin fündig im Sinne meiner Intention werde, weiß keiner. Die Bibliotheken haben noch geschlossen.

Mittags war ich bei Michael zum Spargelessen. Er hat das Haus von C ein bißchen für den Umzug vorbereitet, in der Form alles auf zwei Haufen beziehungsweise zwei Räume geschoben. Da schätze ich doch zwei Transporterfuhren, denn einen 7,5 Tonner durch die Republik zu kutschen ist weniger cool. Am liebsten hätte C den sofortigen Aufbrauch. Wir werden sehen. Der Garten hat einen Baum verloren und die Hecke ist ebenso wie der Sandkasten für die Kinder auf einen Haufen zu entsorgenden Materials an anderer Stelle geschrumpft. Anschließend sind wir einmal um die Stadt gefahren zur Allee der Kosmonauten. Wegen der Aussicht aus dem siebzehnten Stock.

3. Juni

I kam vorbei mit einer Mahnung vom JobCenter und will mir erzählen, was die gemacht haben. Das will ich nicht wissen. Die Inkasso-Abteilung in Recklinghausen will die gesamte „abgetretene“ Summe auf einmal haben und da die nicht am Termin eingegangen ist, schlägt sie fünf Euro Mahngebühren drauf. Das JobCenter hat eine Ratenzahlung angeboten, der entsprechende Antrag wurde im April gestellt und erste Zahlungen sind erfolgt, eine Antwort vom JobCenter kam nicht. I ist nicht erfreut, daß er nicht erzählen darf, das kann er den Leuten im JobCenter, doch die sind zur Zeit für niemanden zu sprechen. Bei mir gibt es nur einen Brief an das JobCenter: die sollen mit ihrem Inkasso-Dienst kommunizieren, fertig.

4. Juni

Man darf nach Italien wieder einreisen, doch die Gefahr ist nicht weg. Da können einige aus den heutigen Erkenntnissen des statistischen Infizierungs- und Sterbeverlauf groß tönen „alles Panikmache“, wenn man der einzige Tote ist, würde ich das für mich nicht gut finden.

Ich würde mich ja gerne auf’s Radl setzen und nach Brescello schaukeln, dagegen steht das Gebot ständig auf Abstand achten zu müssen und die Übernachtungsfrage, die regional unterschiedlich ist und unvorhersehbare Probleme bereiten kann und wahrscheinlich auch wird.

Heute nachmittag sagt der Wetterbericht Regen an und so bekommt das Radl sein Häubchen. Die Tourenausrüstung, Scheibe, Packtaschen und hintere Sturzbügel ruhen noch auf meinen Schränken.

Ich werde dann den Miele-Heinzelmann zum Basteln nehmen, demnächst.

5. Juni

Nach dem Desaster mit dem Android-System habe ich gesehen, was Google von meinen Aufenthalten protokolliert. Nur den konkreten Ort der Übernachtung am Toten Meer konnte mir das System nicht sagen. Da war kein Internetzugang, also Google blind. Verschollen im Bermuda-Dreieck. Da S jedoch eine lokale Sim-Karte hatte und danach routete, müßte deren Tracking den Ort lokalisieren können. Eine mail später hatte ich die Koordinaten.

Was war da noch in der Nähe? Die „Lowest Bar in the World“. Und ich habe verpaßt dort ein Bier zu mir zu nehmen. Da mir auch Schwimmen im Toten Meer in den Erfahrungen fehlt, noch ein Grund mehr einen weiteren Besuch zu planen. Allerdings habe ich noch kein Foto von Schwimmern im Toten Meer gesehen, alle blieben in Ufernähe.

Da habe ich im Dezember fast neben der Lowest Bar in the World geschlafen, minus 420 Meter unter dem Meeresspiegel..
Allgemein

17. Mai – 26. Mai

Da immer noch etwas an den letzten Einträgen hinzu kommt jetzt ein bisschen Pause.

Das Hambacher Bikerfest soll dieses jahr wieder stattfinden und ist bis jetzt noch nicht abgesagt. Wenn ich denn schon nicht nach Brescello kann, dann fahre ich vielleicht nach Frankenstein in der Pfalz. Das Festle ist keine Großveranstaltung und es bestehen gute Aussichten auf das Ereignis.

20. Mai

Ein klein wenig am Motorrad nachgeschaut, welche Lichtmaschine verbaut ist. Der neu geplante Zündgeber hängt von den verbauten anderen Teilen ab und muß davon abhängig seinen Platz finden. Auf den Wicklungen steht nichts drauf, man kann nur die Fotos von der Webseite nehmen und vergleichen. Bei mir ist eine Ducati Lichtmachine verbaut.

Hier soll der Hallsensor von der Kurbelwelle das Signal bekommen.

Das Benzin ist zur Zeit recht günstig, ich möchte aber unter ein Euro den Liter haben und die Petroindustrie samt Tankstellenvertrieb spielen hier in der Gegend nicht mit.

21. Mai

Ich wollte eigentlich nur zum Tanken, damit ich am Sonntag die Rundtour Berlin-Stendal-Potsdam – ohne vorher zu tanken mitfahren kann. Nur ich habe den Nachmittags-Peak beim Benzinpreis erwischt und da spiele ich nicht mit.

22. Mai

Heute fröhliches Computerbasteln nachdem ich ein Videotest mit NVMe im Vergleich zur SSD gesehen habe. Da ich eine mit einer Adapterplatinen schon ein Jahr herumliegen habe und diese nicht eingebaut gelassen habe, weil ich davon mit meinem schönen Windows 7 System nicht booten kann, mußte ich doch einen Vergleichstest als Arbeitsplatte fürs Videoreendern machen. Ich bearbeite im Augenblick wenig Videos, aber sie bleibt jetzt im Rechner mit einem Link auf die Platte. Ungefähr fünf mal so schnelles schreiben und lesen der Daten. Allerdings bin ich ein gebranntes Kind meine erste SSD-Platte hat nach zweieinhalb Jahren den Dienst abrupt aufgegeben und abrupt bedeutet Datenverlust. Das will ich nicht noch einmal erleben.

An die Clips von der Sternfahrt der Biker-Union letztes Jahr sollte ich trotz der langweiligen Einwegeinstellungen des Blickwinkels herangehen. Nur die Änderungen bei YouTube zum Finden dieser Clips sind eher auf Werbeeinblendungen optimiert und da fallen Motorradclips eher unter den Tisch. Da kommt kaum Motivation auf.
Aber den ersten Tag habe ich kaum geschnitten, weil so feucht wie es war, muß man vermitteln. https://www.youtube.com/watch?v=iFM8NLJXL8U
Eine Stunde Video Regenfahrt war allerdings ein ganzer Tag und schließlich war so ziemlich alles durchweicht mit der Folge bei Ankunft am Etappenziel das Zelt aufzustellen, Platz zum Trocknen zu finden und nicht zu dukumentieren wie die anderen das auch versuchten. So viel Platz war da in den Umkleideräumen des Sportplatzes nicht.

23. Mai

Heute wurde Altpapier geschreddert, nicht ohne es vorher ein letztes mal zu sichten, Schreiben vom JobCenter vor über zehn Jahren in denen ich eingeladen wurde über meine berufliche Zukunft zu reden. Als ob reden und Bewerbung schreiben etwas an der Realität ändern würde und marktgängige Weiterbildung hatten die ohnehin nie im Angebot.

Abends habe ich ein zwei Absätze des ersten Abends in Haifa zugefügt. Es muß ja irgendwie weitergehen. Nun eigentlich ist Svenja verantwortlich, die hat wegen Corona und Ende der letzten Urlaubserzählung die mehr provozierende Überschrift „Zelten im Westjordanland“ gewählt. In den Kommentaren ging keiner darauf ein. Es ist ja auch kein Wunder, man kommt da auch nicht einfach hin.
Vor Jahr und Tag fand ich einen Artikel im Netz „1000 Bikers goes to Jerusalem“ in kath.net. Den dort genannten Organisator Gary Burd mailte ich im Januar 2016 an. Es ergab dann einen kleinen Schwund an Bikers, he wrote „We took 74 people the first time and 30 motorcycles.“ Das ist für Israel und Jerusalem immer noch eindrucksvoll.
Da ich zum Jahreswechsel in der Gegend war, mußte ich einen Löffel Senf dazugeben. Wir wollten und haben im Winter dort gezeltet. Gut, die erste Nacht der Operation haben wir auf dem Zelt in einer aufgegebenen Hütte im „ich weiß nicht wo“ geschlafen. Keine Gardinen vor dem nicht vorhandenen Fenster.

Der letzte, der nicht früh aufsteht, wird von den Hunden gebissen.

Das war dort jedoch nicht zu erzählen, sondern eher Motivation für solche Abenteuer zu wecken. Nun bei mir hat es funktioniert. Ich will und ich werde wieder, nur wann?

24. Mai

M kommt vorbei mit Nachrichten von den Os aus Lindau und Lichtenrade. Die Sache mit dem Umzug oder besser der Räumung des Hauses in Lichtenrade zieht sich weiter. Wie die Mutter von C ihren Nachlaß schon geregelt hat, ist ihm nicht bekannt, aber es steht zu befürchten, das das ebenso geschoben wird. Im Ernstfall wird das ein lustiges Fressen von Anwälten. Drei Kinder die alle um ihren Anteil sich streiten werden. Da werden alle nicht das von ihnen Erhoffte bekommen werden. Ein erster Mietinteressent für das Haus stellte gleich die Forderung des Heizungsaustausches von Öl auf Gas, was wohl mit Sicherheit nicht stattfinden wird. Der Hasenstall und das Umfeld muß geschreddert und entsorgt werden, was wegen dem Kostenfaktor für einen Leihwagen ebenfalls nicht in Angriff genommen wird. Da kann man nur von außen sagen: der Doofe, der das freiwilling und unbezahlt macht, wollen wir auch nicht sein.
Dafür hat M einen Staubsauger mitgebracht und viel wichtiger zwei Mund-Nasen-Masken. Den Miele-Saug-Blas-Heinzelmann soll ich mir ansehen, was eigentlich heißt: reparier den für einen Apfel, einen Bio-Apfel. Kann man versuchen, aber das ist eher langweilig. Gemäß Fehlerbeschreibung sind die Schleifkohlen runter. Da ist der größte Aufwand Ersatz zu beschaffen. Ich frage mich, wo hat C den benutzt?

Das Wetter ist nicht so toll, zu recht, denn ich habe von der Runde nach Stendel-Potsdam abgesehen. Die Reihenfolge ist zwar falsch, aber am Ergebnis gibt es nichts zu deuteln. Die Facebook-Traudl-Gruppe wird ein paar Tropfen Regen abbekommen haben. Hier hat es ja auch ein bischen mehr oder weniger getröpfelt.

25. Mai

Mein Süßstoff geht dem Ende zu, daher zwingends Einkaufen fahren und die Maske probieren. Ohne Süßstoff und Milch schmeckt mir der Kaffee nicht und soll ich etwa Wasser trinken, denn soviel Bier ist ja auch ungesund. Wasser ist etwas für den Urlaub, wenn der Kaffee nicht so meine Richtung hat. Tee als Alternative ist auch nicht das wahre Konzept, zumal die Früchte auf der Packung an Erdbeerjoghurt erinnert, bei dem die Frücht lediglich aufgedruckt ist. Habt ihr schon einmal versucht Naturjoghurt mit frischen Erdbeeren die Farbe eines industriell gefertigten zu geben?

Die dünne Maske ist besser für die Luftversorgung als der Schal, jedoch nach einiger Zeit ist es immer noch notwendig eine Belüftungsöffnung zu schaffen, die Nase frei zu legen oder das Teil ganz nach unten zu verschieben. Wenn die Nase zu weit bedeckt ist, entsteht ein Entlüftungskanal und dann beschlägt die Brille. Nebel im Supermarkt ist zumal Angesichts der diesjährigen Frühjahrspreiserhöhung übelste Vernebelungsstrategie, die haben sehr breit die Preise angehoben.

Entsprechend der Logik: Kaffee – Kondensmilch – Süßstoff findet sich in dem Gang kein Süßstoff und bei der Option Nachtisch, Pudding und Gewürze steht das auch nicht. Personal ist keines in Sicht. Zurück zu dem Gemüse und Backwaren, da war jemand etwas am Ein-, Umräumen.
„Entschuldigung“, das Wort für das Erwecken der Aufmerksamkeit, „ich suche Süßstoff?“

„Tut mir leid, ich kann nicht helfen. Ich bin Lieferant.“

Soll ich etwa zurück zum Eingang, zu der Information? Das ist auf jeden Fall die falsche Richtung, dann lieber einen weiteren Laden anfahren. Auf dem Weg zur Kasse sehe ich eine Frau einen Rollcontainer, höher als die Person an Größe bietet, aus einem Quergang schiebend. Da bleibe ich etwas versetzt im Weg stehen. Ich will ja nicht überfahren werden, die linke Hand nach vorne mit der Hand als Stoppzeichen. „Halt,“ allgemeine Verkehrskontrolle, „ich suche Süßstoff.“
Die Frau kannte sich im Laden aus: „Das ist hinten bei den Nährmitteln, beim Zucker.“ Prima, sagt mir aber nicht viel mehr als: Süßstoff als Nährmitttel, wer sortiert das denn so. Hier ein Döschen Süßstoff, davon wirdst du eine Woche lang satt. Folgt also die knappe Nachfrage „Und wo sind die?“ „Hinten bei den Kühlregalen.“ Endlich, das ist ein Orientierungspunkt. Ein kurzes „Danke“ mit der passenden Stimmung. Das ist am Ende der vierhundert-Meter-Strecke im Stadion. Zurück zu den Kassen und Ausgang muß man auch.

Bei den Nährmitteln, Maismehl, Grieß und so weiter, im Quergang palettenweise Zucker, Mehl in den verschiedensten Variationen, Ausmahlgrad 505, e605, 550. Rechts und links die Regale von oben nach unten abgescannt, bunte Packungen luftgefüllter Cerealien, pack den Tiger in den Tank (für die Nachgeborenen: ESSO) oder auf den Teller, den Nebengang zurück, da auch nicht. Was gibt es daneben? Nee, verglaste Kühlschranke, das ist nicht richtig. Noch einmal, aha, da ist oben ein fast leeres Regalfach und es stehen noch acht einsam verlassene Dosen. Beim letzten Einkauf dieses Artikel habe ich vier mitgenommen, aber nach dem heutigen Aufwand greife ich fünf ab.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum habe ich gar nicht kontrolliert, denn bei Süßstoff ist es ohnehin Märchen, bei dem selbst eingemachten Obst meiner Mutter stand nie ein Ablaufdatum drauf und ist auch heute noch eßbar. Ihre Beerdigung ist über dreißig Jahre her und das Grabfeld schon eingeebnet. Ein wenig Eingekochtes habe ich noch.

26. Mai

Das Packet mit dem neuen Zündblock für’s Radl sollte nach gestriger Meldung heute zwischen acht und 12 Uhr 45 zugestellt werden. Jetzt um 13 Uhr 30 ist es unterwegs zum Zielfrachtzentrum. Die Logistik scheint wieder auf dem Weg „back to the good old times“ zu sein.

Mein jüngster Bruder hat heute Geburtstag und so wurde eben eine email verschickt mit einem Foto auf dem unsere Mutter bei ihrer Konfirmation abgebildet ist. Sie selber hatte keines mehr, ist im Krieg oder genauer in der Nachkriegszeit und in Bodenwinkel geblieben.

Das ist so ein Danaer-Geschenk. Seine Frau hat einen an der Waffel, wenn die das mit bekommt, ist der Hausfrieden gestört. „Ich habe dich aus der Familie befreit und du bist so undankbar“ würde sie zwar nie sagen, aber sich so verhalten.

Allgemein

6. Mai – 17. Mai

Uiiih, das Leben ist kompliziert. Im Internet bei MeineRöhre (versteht ihr das?) fand ich einen GEZ-finanzierten Beitrag (die Expansion über das Fernsehen hinaus halte ich für nicht verfassungsgemäß finanziert.) über die Patientenverfügung in Zeiten den Corona-Viruses. Künstliche Beatmung: eigentlich nein, im konkreten Fall und vor allem bei Aussichten auf ein Genesen ohne schwerwiegendste Beeinträchtigungen in der Zukunft doch eher ja. Müssen wir halt durch.

Da mich das Jüdische Krankenhaus in Berlin, zu Zeiten wie die Krankenkassen diese Institutionen nach Aufenthaltsdauer, die nach Tagessätzen bezahlt wurden, extensiv bei Nierenstein nicht – oder fehlerhaft im Interesse des Patienten – behandelt haben, indem sie auf einen natürlichen Abgang des Steines warteten. Trinken und Essen hat mein Körper jedoch verweigert und erbrochen. Die verabreichten Schmerzmittel, die immer notwendig wurden, wenn sich der Stein im Körper bewegte, schienen der Ärzteschaft zu viel und sie versuchten mit dem Placeboeffekt. Doch eine Infusion nur mit Salzwasser wirkt nicht, es bleibt das Warten auf die Wirkung des fehlenden Medikaments. Das bekommt man mit. Und in der Zeit taucht kein Arzt am Krankenbett auf, nur ein Pfleger mit Mitgefühl. Der spritzte dann nach Beschwerde und Nachfrage bei der Obrigkeit etwas in den Infusionbeutel, was nach einiger Zeit auch Wirkung in meinem Körper bedeutete. Dieses Lumpenpack versucht mich zu belügen und betrügen.

Irgendwann tingelte ein Pfarrer durch die Krankenzimmer und dem erzählte ich vom dem Sterben meiner Mutter an Brustkrebs und dem langen Ableben. Im Prinzip das gleiche, was ich hier im Krankenhaus erlebe, ein völliges Desinteresse der Ärzte an meiner Gesundheit, ein Standardfall, den wir vom Büro aus behandeln können.

Es ist völlig „glaubwürdig“ wie schnell der Pastor sein „das glaube ich nicht“ äußern konnte und die Kurve gekratzt hat.
Seitdem: Nie wieder „Jüdisches Krankenhaus in Berlin“. Der wußte wie der Ablauf in der Medizin war und er wußte eben nicht, wie damit umgehen. Vielleicht war er aber auch selber betroffen, das ist dann ein Problem im Quadrat.

Nur: Was mache ich mit der aktuellen Lage.
Weiter so mit „Vaterland und wird schon werden“. Vermeiden wir riskante Kontakte, Was sind riskante Kontakte? Okay I. erkennt sie nicht und ist damit eine Virenschleuder, wenn er Kontakt hat und das kann schon sein, weil sein Umfeld die gleiche Intelligenz hat, dann könnte er mich infizieren.

Was ist aber mit L, der kann mit freiwilliger Quarantäne nicht umgehen, der braucht den Umgang mit anderen Menschen und zwar einer Mindestmenge, wenn der eine Woche ohne menschlichen Kontakt ist, kann keine Verhaltensprogose erstellt werden, völlig unberechenbar, der springt aus dem Fenster, ja, nicht gerade nach einer Woche, aber …

Jetzt kann ich weiter durchdeklinieren, das wird zu keinem Ergebnis führen. Das Leben wird weiter gehen, ob es mich durch Zufall aussortiert oder nicht. Die Pest ist auch verschwunden und keiner weiß wie das geschah. Bis dahin, darf keine Ratte in das zweite Wohngeschoß.

Ach Ratte, die letzte, deren Hinterlassenschaft ich vor zwei/drei Jahren dokumentiert hatte, war:

Aber wer war es und wie ist es in die Wohnung gekommen? Deshalb Foto gemacht und ein bischen im Internet suchen gewesen. Das Tierchen hatte einen interssanten Namen: Rattus Norvegicus, eine Wanderratte. Vielleicht aus Norwegen? Das ist ein weiter Weg nach Südostgriechenland. Persönlich hat sie sich nicht vorgestellt und das Brot hing immer in einer Tüte an einem Nagel in Kopfhöhe an der Wand. Dimitrios hat jedenfalls in den nächsten Tagen ein paar Teller mit Rattengift präsentiert und den Weg des Tieres durch die Toilette mittel Gewicht auf dem Deckel blockiert, wenn es nicht einen anderen hatte.

Ich hatte als letzter Bewohner vor eine Sanierung im vierten Obergeschoß mindestens eine Maus in der Wohnung, die sich an meinem Brot, an meinen Lebkuchen und wer weiß was gütlich tat, (alles angefressene wanderte in den Kühlschrank), als Notgemeinschaft hätte ich verhandelt, ich verstand ja ihren Notstand. Im ganzen Haus nichts Essbares mehr. Jedoch den genutzten Zugang zu meiner Wohnung, nach vollständigen Auszug erschloß sich mir nicht.

Oooch jetzt trinke ich eene met“ und hier ix nix mehr. Welche Musik lief, kann ich nicht mehr rekonstruieren, muß irgendwie mit de kölsche Jung zu tun gehabt haben. Ooh, jetzt läuft hier auch wieder „Fete“.

7. Mai

Gestern war das Bier ja alle, da bin ich halt an den Wein gegangen, ähh zwei mal und so wurde es fast Sonnenaufgang. Das Glas hatte ich nicht ganz ausgetrunken und es wartete darauf, dat ich et leer machte oder auffülle. Nun das Auffüllen erwies sich als schwieriger, denn die Fläscheken waren geleert. So habe ich mir halt noch etwas hingeleegcht.

8. Mai

Es war Tagsüber recht ruhig auf der Straße, der Martin-Luther-Straße, da wollte ich nach dem Supermarket einen Salat holen. Zum Glück ist mir da eingefallen: heute vor vielen Jahren war Kriegsende und hier in Berlin dieses Jahr ein Feiertag. Ich wäre dafür diesen Tag für ganz Deutschland zum Feiertag zu machen. Gerne bin ich bereit den 3. Oktober dafür herzugeben. Das ist ohnehin kein Feiertag mit demokratischen Hintergrund. Bei der Einführung wurde der 17. Juni gestrichen, war ja ein ein Erinnern an Bewegung aus dem Volke. Das war nicht mehr gewünscht, denn dann hätte der Tag der Einheit der 9. November werden müssen. Das ging natürlich nicht, kommt das Volk auf falsche Gedanken. Das hat dreissig Jahre geholfen, doch es zerbröselt und zwar in negativer Richtung.

9. Mai

Ab und zu widerspreche ich einzelnen Einträgen bei facebook, so auch

„Wieso bestehen wir eigentlich nicht auf einen Antikörper Test? Somit könnte ich, vorausgesetzt ich hatte den Virus und bin immun, ja ganz anders argumentieren gegen die Maskenpflicht und sonstige Beschränkungen. Ich hatte z.b. im März mal ein paar Tage leichte Symptome, vielleicht hatte ich das Virus ja? Also wie kommen wir nun an Antikörper Tests, die auch anerkannt sind?“

Gewissheit gibt es erst in ein paar Jahren. Und es sollen auch schon Immunisierte gestorben sein. „Das müssen Hexen bewirkt haben, laßt sie verbrennen.“

10. Mai

Um die Mittagszeit ist mein Smartphone gesperrt. Es meldet „Von mein Gerät finden gesperrt.“ Allerdings handelt es sich um mein Telefon, wie kann das jemand anderes sperren. Ein Fehler oder ein Angriff auf meine Infrastruktur. Als Meldung steht da „Ruf mich an“. Damit der Angreifer weiß: es hat funktioniert. Niemals.

Ruhe bewahren und Foto vom Smartphone mit der Anzeige machen. Anschließend wird es ausgeschaltet und eine Stunde abgewartet, damit nicht irgendwelche Programme im Hintergrund werkeln.

Wer ist Ansprechpartner für Störungen? Congstar ist der Mobilfunkanbieter und der wird angemailt.

Das Smartphone eingeschaltet und es fragt etwas zum Aufheben eines Sperrbildschirms ab. Sperrbildschirm, was ist das? Habe ich nie eingerichtet, behindert mich im Regelfall. Versuchsweise etwas eingeben, was ohne Erfolg blieb. Warten wir halt ab und versuchen Informationen im Internet zu finden. Die Internetpräsenz der Computerzeitschrift CHIP sagt: nichts einfacher als das, vorausgesetzt ein Sperrbildschirm ist eingerichtet. Voraussetzung liegt nicht vor, funktioniert nicht.

11. Mai

Congstar hat geantwortet:
„bei einem Sperrbildschirm handelt es sich um die Sperre die Sie jederzeit mit Ihrem SIM-Karten PIN oder Ihrem Handy PIN entsperren können. Eine Sperre über Dritte ist hier nicht möglich.“

Noch einmal geschieben, diesmal mit Photo von der Meldung. Eine halbe Stunde später ist die Antwort da.

… als Netzbetreiber haben wir keinen Einfluss auf das Endgerät. Es ist keine Sperre für Ihre Rufnummer 0160 XXX eingerichtet, sodass Sie uneingeschränkt Ihren Tarif nutzen können.

Haben Sie eventuell diese Rufnummer in Ihrem Endgerät blockiert oder Einstellungen verändert. Bitte prüfen Sie die Einstellungen in Ihrem Handy.

Das war schon nach der ersten Antwort klar: „wir nicht zuständig“, die weitere Anweisung ist ein Witz, wie will man etwas prüfen, wo man nicht heran kommt.



Regentag. Nichts geschafft und nach neuer Software für das Handy gesucht. Das bisher verwendete Tagebuch läßt sich nicht freischalten. Dreimal mit den Service gemailt, aber der Code für ein neues Passwort läßt mich es zwar generieren, es wird jedoch nicht gespeichert sondern als Fehler ohne Konkretisierung abgelehnt.

12. Mai

Mysugr läuft wieder, allerdings sind vierzehn Tage Daten nicht gesichert gewesen und verloren.

13. Mai

Ich war morgens auf dem Balkon, erfrischend kühl mit 5 Grad Celsius. Das war gestern auch schon so. Von wegen laue Maiennacht.

16. Mai

Zum Supermarkt gefahren, vorsichtshalber mit einem Schal, für den Fall des Eintrittsverbots ohne Maske. Am Eingang steht dann eine entsprechende Bitte. Nur, wer hier keine Maske hat, der bekommt auch keine. Nach ein paar Minuten mit dem edlen Outfit, rutscht der Schal nach unten und ich bekomme mehr Luft.

Es ist halt nicht Winter und im Supermarket weht kein eisiger Wind. Schal ist für mich keine Alternative und ein Palästinensertuch habe ich nie besessen. Auch eine Sturmhaube für Motorradfahren im Winter ist nicht mein Eigentum.

17. Mai

Heute habe ich endlich die Design-Leuchte von K fertig gemacht. Sie funktioniert wieder. Eine zwölf Volt Halogenleuchte mit zwei Stufen Beleuchtungsstärke.

Wie sie das erste mal da war, die Lampe, wurde gemessen am Transformator Eingangsspannung 230 Volt und oben am Halogeneinsatz kein Spannungseingang, also Transformator defekt. Das Angebot, einen nicht Designtransformator daneben zu legen, wurde abgelehnt. Sie wollte einen originalen besorgen. Den Händler gab es nicht mehr, aber einen neuen Importeur, der zu dem italienischen Hersteller Geschäftbeziehungen hatte. Es dauerte Monate bis der Ersatz kam und wieder etwas, bis er bei mir war. Ein passendes Teil von den Abmaßen. Allerdings haben die die Anschlußklemmbuchsen geändert. Sie sind schmaler geworden.

Also Design-K angefragt, was ich machen soll. Das war natürlich keine Handwerkerkunst, denn das wird vor Ort entschieden und der Kunde bekommt davon auch nichts mit. Aber für Design gehe ich durch jedes Nadelöhr, immer in Absprache. Es sei denn irgend ein Fernsehmagazin will wissen, wie gearbeitet wird, die hätten sich auch gefreut. Alles transparent.

Es wurde angeboten die Kontaktfahnen am Umschalter auf Maß zu feilen (ein Schleifstein steht mir nicht zur Verfügung) oder die Anschlußbuchsen abzukneifen und den Draht an die Anschlußfahnen zu löten. Nööh, das macht das Design kaputt. Sie wollte einen neuen Umschalter mit schmaleren Kontaktfahnen besorgen. Da hat der Hersteller aber nicht mitgespielt. Die Maße des Schalters wurden geändert, der paßt in das alte Gehäuse nicht hinein. Abkneifen gefällt mir wenig, denn dreimal gekürzt ist immer noch zu kurz, der gesamte Drahtverhau ist recht kurz und eng der Platz im Gehäuse, da zieht an jeder Seite ein anderes sperriges Gewicht.

Da muß erst ein Testaufbau her, die Lampe hat nach dem Kürzen der Drähte zu funktionieren. Transformator mit Prüfkabel angeschlossen und der liefert seine zwölf Volt. Die Sekundäranschlüsse an den Lampenteil angeschlossen, Halogensockel hat zwölf Volt. Den Anschlußkasten sekundärseitig geschlossen, jedenfall versucht zu schließen. Sieht etwas schief aus. Nun ja recht dünnes Blech. Probelauf. Nichts, Lampe geht nicht. Zur Ablenkung den alten Transformator geprüft. Alles in Ordnung. Ich habe doch alles so zusammengebaut, wie es vorher war. Ja, vorher hat es nicht funktioniert.

Warum? Da ist ja nicht so viel, eine ein-Draht-Stromversorgung. Der Draht vom Transformator zum Halogensockel hat Durchgang, Widerstandmessung zeigt Null Ohm. An einer Knickstelle ist eine Schlaufe um eine Achse gewickelt, da ist kein Kabelbruch und auch sonst ist da keine Stelle, an der so etwas auftreten könnte. Bleibt nur der Rückweg des Stroms, das ist das Rohr in und an dem der Leuchtkörper hängt. Alles Metall. Von oben nach unten ebenfalls Null Ohm. Bleibt nur noch der Übergang von der Kontaktfahne zum Gehäuse, was aber nicht bei offenem Gehäuse zu messen ist und bei geschlossenem erst recht nicht. Bei erstmaligem Auseinanderbau war die Kontaktfahne zwischen Gehäusedeckel und Rahmen mit der Deckelschraube fixiert. Eine Messung an den Gewindegängen zum Lampensockel zeigte Durchgang an. Ja, ja, wer mißt, mißt Mist. Dreißig oder fünfzig Watt fließen nicht. Niedervolttechnik, da gibt es Übergangswiderstände und da findet sich die Grenze für zwölf Volt. Die Anschlußfahne muß vom Werk aus woanders angeschlossen gewesen sein, aber wo?

Da war noch ein Federbügel über einem Kugelkopf, der das dünne Rohr in einer leicht variablen Stellung halten sollte. Schönes blankes Messing, allerdings ohne elektrischen Durchgang zum Lampensockel. Der Kugelkopf hatte einen klaren Durchgang. Waren also die Federscheiben unter der Brücke isolierend und da mußte die Kontaktfahne hin. Acht dunkle Federscheiben unter der Brücke in einem schwarzen Käfig in einer speziellen Anordnung vor und hinter einem Sperrring, der das Abscheren und Verdrehen des Drahtes verhindern sollte, auf zu kurzen Schrauben viele kleine gewölbte Scheibchen in der richtgen Reihenfolge unter und über der Kugelaufnahme zu fingern und die fixierende Mutter auf zu setzen, macht keinen Spaß.

Schwarze Schrauben, schwarzer Lack? Design? Mumpitz, das ist eloxiert, bis auf den rechten Deckel, der ein Kunstoffinnenleben hat. Jeder ordentliche Blitz weiß: nimm den Baum neben der Kirche mit dem grünen Kupferdach, das ist der einfachere Weg. Rost und Grünspan sind schlechte Leiter für elektrischen Strom. Eloxieren ist viel teurer als schwarzen Lack aufzusprühen, aber auch wesentlich robuster und widerstandsfähiger. Da platzt nicht einmal durch ein Umfallen etwas ab.

28. April – 5. Mai

Campact organisiert eine Demonstration mit Mund-Nase-Masken, die es kostenlos gibt. KLar, bei kostenlos und Botschaft auf Diskrepanz will ich haben. Beeile ich mich doch auch, sagen die doch „wenn alle, dann gibt es keine mehr“. Für den Fall, das in Berlin der Supermarket mich nicht mehr liebt.

Rechtmäßig ist die Maskenpflicht nicht. denn es bietet keinen bemerkenswerten Schutz. Die Verpflichtung die Maske zu tragen ist zufällig zu dem Zeitpunkt der ersten Lockerungen der Pandemiemaßnahmen eingeführt worden und soll den Bürger erinnern: da ist noch ein Virus, das etwas verlangt. Ob da eine korrekte Abwägung der Rechtsgüter erfolgt ist, scheint doch sehr fraglich zu sein. Bis allerdings ein Urteil in einem Rechtsstreit gesprochen würde, ist die Pandemie Geschichte. Hier wird in den verschiedenen Bundesländern ein vorsätzlicher Rechtsbruch begangen.

29. April

Mittags meinen Garagenvermieter zwecke Termin das Motorrad aus dem Winterschlaf zu befreien konnektiert. Leider bietet er eine Zeit an, die jetzt ist, ich komme aber nicht so schnell von A nach B. Also morgen versuchen.

K hat mir eine mail mit Link zu einem „sauguten Artikel“ geschickt. „Die Welt nach Corona von Mathias Horx. Die Corona-Rückwärts-Prognose …“

Er beginnt gleich einmal mit dem Invertieren der Erwartungshaltung und stellt (sein?) Modell der Re-GNose zum Gegensatz der Pro-Gnose vor. Er stellt sich vor im September 2020 in einem Cafe zu sitzen und über unser Verhalten / Verständnis zu wundern. Dann wird reine Phantasie produziert. Gesellschaftliche Höflichkeit stieg an, bei Fußballspielen gibt es keine Mass-Wut-Pöbeleien, man kommunizierte wieder wirklich, Bücher lesen wurde zum Kult. Jawoll und das alles hat der Mensch bewirkt. „Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.“ Da wird so richtig klar, mit welchen Bildern der Horx Spiegelfechten übt. Er will seine heile Welt aus der Kindheit wieder haben. Künstliche Intelligenz muß für ihn so weit weg sein wie eine Dampfmaschine in England. Man hat da etwas gehört, aber das wird sich bei uns nicht durchsetzen. Eine Dampfmaschine auf der Menschen fahren – schneller als ein Pferd laufen kann – wird diesen schwer schädigen.

Da beginnt sein Wunschkonzert: „Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen …“, „wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist“, „die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt“.

Bei einer Prognose aus der Zukunft ist er sich nicht so sicher:
Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt.“

Unsicherheit ist nicht das, was er verkaufen will und so kommt das „Gute“ zum Tragen. „Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert.“ Ist so natürlich nur eine Feststellung aus der Zukunft, warum und wieso braucht nicht begründet werden, denn in der Zukunft ist das Geschichte, wer fragt da nach Glaubwürdigkeit. Das ist so.

Fake-News ist eine Reaktion auf das Kommunikationsverhalten der gesellschaftlichen Ikonen. Gute Fake-News zeichnen sich durch Glaubwürdigkeit aus. Sie sind genauso gut oder schlecht wie die präsentierte Wahrheit. Sie verlieren erst ihren Boden, wenn die zugrundeliegenden Informationen eindeutig nachvollziehbar und klar werden. Da steht jedoch die Komplexität der Lebensumstände massiv im Weg.

Und so ähnlich kommt er auch zum Schluß:
„Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch.“

Verstanden? Nöö, also Yin-Yang geht so, Ping-Pong etwas anders und es ist so etwas wie ein Pendel. Ein Pendel schwingt immer in eine Richtung, wenn die Erde sich dreht, schwingt es plötzlich woanders hin. Ziemlich cool der Beweis der drehenden Erde. (Dank an meinen Lehrer Berthold Daerr.)

30. April

Heute ist Tango, um neun Uhr Termin im Polikum Friedenau. Es sind weniger Leute wie sonst da, das kann an der Uhrzeit liegen, ich wähle immer nachmittags-termine. Die haben mir den vor Tagen gestrichen und so habe habe ich eben die Morgenstund genommen, da ich die Medikamente auch ohne Arztbesuch benötige. Anschließend wird der Hausarzt um die Ecke besucht, der ja auch Drogen verteilt. Da das Wartezimmer leer ist, will ich ihn auch besuchen und das Problem vom Samstagmorgen zu den Akten geben. So kommen wir auf das Problem Blutentnahme. Seine Hilfskräfte waren im Januar schon genervt Venen zu finden und zu treffen, so daß sie aufgegeben haben. Den nächsten Termin habe ich bei der Konkurrenz im July. Blitzschnell hat er erkannt: der DMP Betreuungszuschlag geht ihm verloren. Ein Medikament, welches ich selbst bezahlen muß, ist ausgegangen und ich nehme es zur Zeit nicht. Da hat vor Jahr und Tag ein Kollege von ihm auch gepredigt „sehr effektiv und wirksam“, doch wenn die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen werden, wird das nicht stimmen. Es gibt eine Neumedikation. Auch eine angeratene Magenspiegelung lehne ich ab, von der letzten nach einem Krankenhausaufenthalt empfohlenen Kontrolle hat er keinerlei Unterlagen. Tja, die Kommunikation von Arzt zu Arzt ist trotz der elektronischen Kassenkarte immer noch völlig unzureichend, allerdings habe ich wohl damals darauf verzichtet, weil für die Diagnose „alles in Ordnung“ mache ich kein „Männchen“.

Wir einigen uns auf eine sofortige Blutentnahme. Die Ellenbogenvenen gefielen ihm nach den vorangegangenen nicht und entscheidet sich für die linke Handoberfläche. Er trifft auch die Vene aber bei dem Anklemmen der Saugampulle rutscht die Nadel aus der Vene, tritt Blut aus in die Unterhaut und bildet eine Blase. Der Vorgang wird abgebrochen und mit Tupfer und Plaster besiegelt. Da ich zwei Hände habe, ein weiterer Anlauf. Diesmal bekommt er seine drei Röhrchen.

Das war kein erfolgreicher Vorgang für den Arzt, kein Heiligenschein, keine überzeugende Darstellung und das schmerzhafteste: der Verlust des DMP-Programms.

Abends erzählt Torsten Sträter im Fernsehn seine Träume: „Ich fahre auf einem Dreirad die Hotelflure ab, sie sind kilometerlang ich fahre und fahre an endlosen Hoteltüren vorbei, biege um eine Kurve und bremse. Vor mir im Gang stehen zwei Mädchen. sie halten sich an den Händen und sehen exakt identisch aus. ‚Iss keinen Zucker du wirst zu fett, es ist nicht gut für dich. Iss keinen Zucker, du wirst krank und dann sterben.‘ Wer seid ihr?, brülle ich. ‚Die Ratiopharm-Zwillinge‘. Jetzt ist aber ‚mal gut, denke ich und werde wach.“

Den Horrorfilm Shining kenne ich, so auch die Hotelflure und die Zwillinge, das die schon von Ratiopharm waren, ist neu und schreckt selbst den Sträter auf. Da wollte ich wohl auch nicht weiter träumen, von dem Sport und der Quadratur.

1. Mai

Kein Tanz in den Mai und auch keine Arbeiterdemonstration. Ansonsten verlief der Tag ereignislos.

2. Mai

Zehn Uhr Termin Motorrad befreien. Es ist nichts los in der Stadt und selbst vor der Tür bekomme ich einen Parkplatz. L erscheint mit einem großen Volvo und parkt in zweiter Reihe. Wir gehen auf den Hof zu den Garagen. Dort steht mein Radl fast sieben Monaten unter einer Regenhaube. Das erspart Staub putzen. Schwer ist das Gerät, welches rückwärts auf die Zufahrt geschoben sein will. Die Batterie, für den Winter in meinem gemütlichen Badezimmer warm gestellt und vorgestern drei Stunden an das Lagederät gehängt, wird eingebaut. Das Werkzeug und die Haube bringe ich weg, beziehungsweise will ich vor die Hofeinfahrt bringen, denn die ist verschlossen. Ein ordentliches Haus, wer da durch die Hofeinfahrt geht, schließt das Tor ab. L hat gewartet, meinte letztens hätte er noch Starthilfe gegeben, zuversichtlich antworte ich: das wird schon gehen. Und es geht ja auch ohne erkennbares Saugen des Motors an der Benzinleitung, was man durch Drehen des Anlassers ohne Zündreaktion des Motors bemerken kann. L schließt die Grage und und geht zur Hofeinfahrt vor, läßt mich auf die Straße, wo ich die Ausfahrt etwas blockiere. Sammel mein Werkzeug und die Haube ein und versenke es im Kofferraum. Ein kurzer Gruß „bis nächstes Jahr“, sagt L, was freilich korrigiert werden muß, ich muß Ende Oktober von der Straße. Er ist schneller weg, ich kämpfe noch mit dem Helm, dessen Verschluß schwergängig ist. Aber dann: olee, das macht Spaß, das Losfahren, zwar nur siebzig Meter bis zur Ampel. Die Reifen scheinen etwas Luft verloren zu haben, was am Lenkverhalten bemerkbar ist.

Nach dem Regen und meiner Mittagsruhe will ich das Auto aus Neukölln abholen und war zu Fuß. Google sagt mir sieben Kilometer, das wird gut für meinen Blutzuckerspiegel und meiner physischen Leistungsfähigkeit sein. Außerdem will der öffentliche Personennahverkehr ab heute keinen ohne Maske befördern. Cowboy haben wir als Kind auch immer ohne Mundschutz und Hut gespielt. Ich muß unterwegs viele Pausen machen, an der Langenscheidtbrücke, da geht es etwas bergauf, an der Bahnüberführung Monumentenstraße, am Kaiserstein, am Friedrichwerderschen Friedhof, vor den ehemaligen Kreuzberger Festsälen, auf dem Hermannplatz und in der Sonnenallee. In der Sonnenallee ist Begegnung angesagt, vor jedem türkischen Geschäft ist „sozialistisches Schlangestehen für Bückware“ auf dem Gehweg angesagt. Dort finden sich gehäuft Gemüse- und Fleischläden mit orientalischem Angebot, der Gehweg ist von der Auslage vor den Schaufenstern und den Lieferkisten zwischen den Baumscheiben gerade einmal für zwei Personen frei, davon nehmen die Wartenden ein Teil ein. Wegen dem Gegenverkehr ist Slalomlaufen angesagt. Mundschutz? Klar, als absolute Ausnahme, wir wollen doch nicht übertreiben. Hier wurde Abstand halten noch eingehalten, weiter in der Sonneallee, bei einer Kreuzung, muß wohl der angesagteste Laden des Tages gewesen sein. Die Schlange zum Einlaß war in beiden Straße elend lang und vor der Tür regelte eine Fachkraft die Begrenzung der Massen im Laden. Einer rechts, einer links und im Laden fast gähnende Leere. Da wurde der deutsche Regelungswahn vorgeführt. „Mach‘ ich Meister, ja Meister, ist Ordnungsverfügung von Amt, Strafe 350 Euro“. Eine Infektion mit Corona findet jedenfalls nicht im Laden statt. Ein Polizeifahrzeug stand am Hermannplatz, zur eigenen Sicherheit haben die lieber nicht in die Straße um die Ecke geschaut. Im Ramadan vor Sonnenuntergang das Einkaufsverhalten für gutes Essen mit „deutscher Gründlichkeit“ reglementieren zu wollen, ist keine gute Idee und daher: da ist das Ordnungsamt zuständig. An der Grenze von zwei Bezirken? Nee, die Kollegen machen lieber eine Runde um die Rathäuser. Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Oder etwas neuer von Extremo, lieb Vaterland magst ruhig sein, ein jeder stirbt für sich allein.

Der Straßenverkehr auf der Sonnenallee staut sich auch, welch Wunder, die wichtige Hermannstraße ist seit Jahren Baustelle und nur in eine Richtung befahrbar. Es zieht sich hin, ich zweifel ob ich mich verlaufen habe und die Straße ob der vielen wartenden Kunden längst überquert habe. Eine Orientierung an dem Stadtplan an eine Bushaltestelle sagt mir: Hast‘ noch ein paar Querstraßen ab zu latschen, nach einer weiteren Pause. Das waren dann drei Apotheken, eine wird geschlossen. Da steht doch: der Apotheker geht in den wohlverdienten Ruhestand. Ob da der Herr Apotheker seine Ironie von „wohlverdient“ auslebt. Industriell gefertigte Chemie aus dem Regal über den Ladentisch zu opulenten Abgabepreisen geschoben ist echt mühsame anstrengende Arbeit. Alleine schon die Verantwortung, die zwar der Arzt trägt, wiegt schwer. Nun gut, einer weniger, es sind immer noch zu viele, die sich alle Lokalitäten in den teuersten Lagen leisten können. Die Gesundheit muß es dir wert sein.

Japperdappadoo, ich habe das Autole erreicht nach zwei Stunden und vierundvierzig Minuten, wie das Smartphone mit seiner Stoppuhr das protokolliert hat.

Reinhören: Gossenabitur.
Weißbrot mit Olivenöl und Zatar.

Abends klingelt es an der Tür. Pfleger K steht vor der Tür und er hat schottisches Bier mitgebracht.
Er trägt ein Merchandisingshirt von Knasterbart.
Die Biere waren alle lecker, mit dem Preis dafür wollte er nicht herausrücken. Es waren alles Eigenimporte eines Berliner Gastwirtes und preislich auf Gastronomieniveau. Da haben wir solidarisch das Bier in meiner Wohnung konsumiert.
Später offeriere ich zu Bildern und Videoclips vom Aufenthalt in Israel palästinensisches Frühstück.

3. Mai

Sonntagsruhe. Na ja, das schon lange geschobene Schreiben an die Krankenkasse fertig gemacht und zum Briefkasten getragen. Ich hasse es, alles doppelt zu machen, denn alle Unterlagen, die die anfordern, haben sie schon im Laufes des letzten Jahres bekommen. Das ist Beschäftigungstrategie, die nur darauf abzielt, den Antrag nicht zu bekommen. Mit der gleichen Intention „ihr wollt Beschäftigung“ schreibe ich in den Antragsvordruck „siehe Anlage“ und nicht die geforderten Einzelsummen mit Verweis auf die Anlage. Klar, ich soll auch die Krankenkassmitgliedsnummer, die Bankverbindung mit BIC und IBAN handschriftlich in den Antrag einfügen. Haben die alles vorliegen, wozu dieser Zirkus. Prakmatisch schreibe ich „wie Vorjahre“. Hampelmann kann ich gut. Was ich beantrage steht vorgedruckt und den Unterschriftskringel schaffe ich gerade so. Voraussetzungen erfüllt, sogar auf deren Vordruck, der gar nicht zur Voraussetzung gemacht werden kann. Als abschließende Krönung klammer ich alles zweifach zusammen, es soll nichts verloren gehen.

4. Mai

Heute kam ein Packet von Pearl, von vier bestellten Artikel nur zwei, die anderen werden zu zwei weiteren Terminen kommen. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Aber auch der Laptop läßt sich nicht einrichten und stürzt ab. Danach gibt nur das Logo von HP und ein Menue, mit dem ich nichts anfangen kann. Eine Anleitung how-to war ohnehin nicht dabei. Ich hatte schon vorher das Gefühl, da stimmt etwas nicht, das gibt nur Ärger. Aber wie kann das sein. Ich denke das kann Ärger geben und da ist er dann. Das muß ich zurück schicken.

5. Mai

Siehe da, das Retoure-Packet läßt sich an der DHL-Packetstation nicht einliefern, der Strichcode wird als fehlerhaft benannt. Also zurück nach Hause, den überdimensionierten Orginalkarton frische Luft gezeigt, der zur Hälfte mit Luftpolsterfüllmaterial und damit mit unsymetrischer Gewichtsverteilung gefüllt ist. Da es am Ausdruck, der auf dem Karton geklebt wurde, liegen kann, weil er nicht im entsprechenden Lesewinkel vor den Scanner gehalten wurde, noch zweimal in verschiedenen Größen ausgedruckt. Diesmal mit dem Auto zur der Packetstation gefahren, was sich als richtig darstellte, denn Annahmecomputer meinte: du kannst mir e amal.

Zurück und mein Parkplatz vor der Hausstür hat mir jemand weggenommen.

18. April 2020 – 27. April

Immer der Versuch aus Zahlen etwas zu erkennen, es sind einfach noch zu wenige. (Die Grafik wird täglich aktualisiert.) Und was auffällt: Die Ämter haben keinen Krisenmodus, sondern mach offensichtlich zum Wochenende pünktlich Feierabend. (Wollten die sicherlich nicht mitteilen.)

Nach der Mittagsruhe weiß ich nicht welcher Wochentag es ist, es ist trotz offener Balkontür zu ruhig. Ein Blick auf die Straße hilft nicht weiter, die meisten Autos stehen seit Tagen so. Haben wir schon Montag oder erst Sonntag. Die Markierung auf dem Kalender stelle ich nicht jeden morgen weiter, wozu auch, der Computer fragt das regelmäßig aus dem Internet ab und das stimmt, wenn nicht gerade doppelt auf Sommer- oder Winterzeit umgestellt wird. Bei meinem Kalender ist der Abgleich eher selten der Fall. Das war alles schon weiter als es wirklich ist.

Vor einigen Tagen hörte ich die Prognose „nach Corona wird nichts mehr wie vorher sein“. Das klingt zunächst ziemlich orakelhaft, also interpretationsbedürftig. Warum das so kommen sollte wurde nicht dargelegt. Tage später folgte eine Hypothese vom Untergang des römischen Reiches. Durch die Pest im Mittelalter ist das Wissen der Römer schneller gestorben als es weitergegeben werden konnte. Man kann das Gesellschaftswissen mit einem Fischernetz vergleichen. Fallen in einem Netz mehrere Konten aus, fehlen sie, es ist ab einer gewissen Anzahl der Lücken im Netz nicht mehr zum Fischen geeignet.

Nur die Sterblichkeitsrate für ein gravierenden Einbruch in die Wissensstruktur ist nicht ersichtlich, deshalb bleiben die Priester, im aktuellen Fall Wissenschaftler, eben nur Mittler der Gottesbotschaften, die so undeutlich sprechen.

19. April

Der Jahrtausendplan von Ben Bova. Uijuijuijui, der Niedergang der Wissenschaften ist nicht übersehbar. Die Anzahl der Fake-news und Verschwörungstheorien ist immens am steigen. Im Roman hat das ein Wissenschaftler erkannt und festgestellt. es bedarf tausend Jahre und einer Vorbereitung das Wissen zu reaktivieren. Wie das in der heutigen Zeit zu bewerkstelligen ist, weiß offenbar noch keiner. Spannend dürfte es jdenfalls werden.

20. April

Wieder vor dem Aufstehen geträumt. Ich soll kurz vor Feierabend noch eine Beleuchtung in einem Labor instandsetzen. Es handelt sich um eine Pendelleuchte mit Glühkörper, das Labor befindet sich in einem Fabrikgebäude im vierten Stock im dritten Längstriegel kurz vor dem ersten Querriegel. Ich komme dort mit einer Leiter an und nehme die Glaskugel ab, wechsel die Glühbirne und das Dingen flackert. Die Lampe ist zu demontieren, doch an den Anschluß erreiche ich nicht, ist – auch wenn ich auf den obersten Sprossen stehe – zu hoch. Das ist es dann mit pünktlich Feierabend machen. Durch das Gebäude die Acht-Sprossen-Leiter gegen die Zehner wechseln. Und freilich der nächste Fahrstuhlführer hat Schichtende und somit ist der Fahrstuhl außer Betrieb. Das gesamte Werk hatte einen unterschiedlichen Arbeitsbeginn und -ende, das sollte den Verkehrsfluß im Werk und auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln entzerren. Im zweiten Gebäuderiegel, was eigentlich der erste war, weil die Zählung mit Null anfing, war ein Lastenaufzug der etwas länger betrieben wurde. Das bedeutet entweder die Treppe in das nächste Obergeschoß zu nehmen oder auf der Höhe des ersten Flures zum ersten Querriegel zu gehen. Erschwerdend kommt hinzu: die Querriegel mußten durch eine Tür verlassen werden, fünf Stufen herunter auf die Höhe des Hofverkehrs über den Weg, fünf Stufen wieder hoch, Tür öffnen – diesmal nach außen, was bedeutet die Leiter auf der Schulter steil aufrichten, damit man an den Türgriff kam, Tür mit Schwung aufziehen, einen Schritt zurück machen, damit die Leiter unter dem Türholm durchgedrückt werden konnte, dann schnell hindurch. Hinzu kommt das Gewicht der Leiter, die nicht nur durch die zwei Sprossen etwas schwerer war, sondern aus anderem Holz bestand, welches wesentlich schwerer war. Im Regelfall wurde bei mehr als einer Treppe für den Weg durch das Gebäude mit den Hofüberquerungen entschieden. Die Möglichkeit das Gebäude über die Höfe zu verlassen und außerhalb die Stufen und Türen zu umgehen wurde meistens nicht in Betracht gezogen, weil gerade jetzt ein Hänger an einer Rampe im Weg stand und einen weiteren Bogen erforderte. Tagsüber kam dann noch ein Gabelstapler oder ein Pritschenwagen hinzu, es brachte also zeitlich keinerlei Vorteil.
Im Labor die Leiter hinauf und die Lampe abgeklemmt, dabei etwas an der Klemme bewegt und ein Draht sieht dabei labbrig aus. Toll, da wo das Kabel unter dem Deckenputz verschwindet ist ein Draht gebrochen. Keiner weiß warum und weshalb, das spielt jedoch keine Rolle. Was nun? Niemand da, den man fragen kann. Die Werkstatt weitgehend verwaist, die Starkstromkollegen von der Spätschicht waren noch da, aber nicht zuständig und der Vorarbeiter, dem das Problem vorgetragen werden konnte, war schon lange auf dem Heimweg. Das weitere Vorgehen mußte selbst entschieden werden. Den Auftrag abzubrechen und unerledigt zurück zu geben, kommt nur in Frage, wenn es wirklich nicht anders geht. Also durch das Werk in die Werkstatt, drei Meter Kabel gegriffen und ohne Fahrstuhl zurück in das Labor. Ein mehr oder weniger elegantes Provisorium von der einen zur anderen Deckenlampe gespannt und angeschlossen. Die Leiter zum Abstellort mit einer Ehrenrunde durch das Gebäude über den nullten Querriegel, der rechts und links Büros auf einem Flur hatte und den Flur entlang zum vierten Querriegel, dann das Teppenhaus abwärts zum ersten Flur und dort an der linken Abstellecke wurde die Leiter mit einer Kette an Heizungs- und Wasserrohren angeschlossen.

Ein Provisorium hält lange. Damals nicht, aber eine ordentliche Wiederherstellung wurde am nächsten Tag bei den Kollegen von der Installation in Auftrag gegeben.

Die Geschichte ist nicht erfunden, sondern vor vierzig Jahren passiert. Warum mein Gedächtnis sie jetzt nach oben spült, ist eine offene Frage. Unbeschäftiger Rentner kann es nicht sein, da eine Geschirrspülmaschine bei mir im Flur steht und auf seinen Platz wartet. Es bedarf jedoch einen Wasseranschluß und eine Abwasserführung. Es paßt ganz einfach nicht und ist mir zu aufwendig. Um es einigermaßen vernüftig zu bewerkstelligen ist eine Zwischenwand herzustellen, hinter der das Geraffel versteckt wird. Dazu muß in der Werkzeit alles, was da steht (Herd Spüle, Kühlschrank) aus dem Weg. Und wo kann das sein? Nur im Wohnzimmer, dort jedoch nicht nutzbar und im Weg. Brauchen wir überhaupt einen Geschittspüler, es ist ja bis jetzt auch ohne gegangen.

21. April

Der Ölpreis ist ins Negative gefallen. Man bekommt Geld, wenn man Rohöl abnimmt. Da könnte Trump doch Texas wieder aufpumpen und sogar seine Staatsfinanzen aufbessern. Das kann nicht passieren, da der negative Ölpreis auf eine begrenzte Menge und zu bestimmten Terminen zutrifft. Es ist ein Ergebnis der Spekulation und die ist sehr dynamisch. Dynamisch kann auch die Weltwirtschaft reagieren und die Weltwirtschaftskrise aus dem letzten Jahrhundert ist noch nicht in der Geschichte untergegangen. Die Probleme und Auswirkungen von Corona sind noch nicht absehbar, aber keine Weltwirtschaftskrise kann ich mir als Folge davon nicht vorstellen. Muß man halt abwarten.

Auf arte kam heute ein Sience-Fiction von gestern. Überwacht: 7 Milliarden im Visier. Gesichtserkennung und computerisierte Auswertung in einer chinesischen Provinz. Das war allerdings der Höhepunkt und eine Aussicht auf eine mögliche Zukunft. Der Weg dahin ist weltweit gegeben, aus Sicherheitsgründen natürlich. Da wäre ein Vorreiter Israel, rundum Feinde. Die französische Stadt Nizza, hat ein Forschungsprojekt, das Ziel ist die Verhinderung von terroristischen Anschlägen.

Es folgte eine Sendung über künstliche Intelligenz und deren weitere Aussicht, iHuman. Die Weiterentwicklung ist in Aussicht nach „Terminator“, einer künstlichen Intelligenz die eigene Interessen entwickelte.

22. April

Heute habe ich der Vertragsänderung der ING-Bank (vormals ING-DIBA) widersprochen, die Kontoführungsgebühren einführen will. Wie kaum anders zu erwarten, drohen sie jetzt mit einer Kündigung der Konten.

Sie schreiben: „müssen wir Ihr Konto (..) mit einer Frist von 2 Monaten kündigen. (…) Bitte beachten Sie: Eine Rücknahme der Kündigung und eine Verlängerung der Frist ist nicht möglich.“

Tja, wenn sie das müssen, dann sollen sie das tun. Ist dann ein Ergebnis ihrer Geschäftspolitik und nicht in der Entscheidung der Kunden begründet. Da will wohl eine Führungskraft die Entwicklung der Konten für den Geschäftsbericht zu seiner Exculpation gestalten. Nicht mit mir.

Lohntütenball

23. April

Den Lohntütenball wollte ich schon in der Vergangenheit hinzufügen.
Also icke wurde in das Arbeitsleben geworfen, damals. Als Lehrling in einem Handwerksberuf. Die Gesellen bekamen jede Woche am Freitag (ach, die haben Samstags nicht mehr gearbeitet!) eine Lohntüte mit einem Abschlag auf ihren Monatslohn, der erst nach Monatsende genau berechnet wurde. Die Lohnabrechnung wurde später schleichend auf Kontoüberweisung geändert.

Da am Freitag die Arbeitswoche beendet wurde, ging man noch auf ein Bier in die Kneipe um die Ecke. Die Sparkasse an vorderster Front (hatte wohl etwas mit Marktaufteilung zwischen Banken und Sparkassen zu tun) trommelte um Kunden für Girokonten aus der Gruppe von Lohnabhängigen, die kostenlos – und zwar unbeschränkt – geführt werden sollten, denn diese sparten oftmals noch im Sparstrumpf, wo doch ein Sparbuch im Angebot war und jede Einlage den Handlungsspielraum der Sparkasse vielfach erweiterte (Kreditschöpfung durch erhöhte Kundeneinlagen).

So wurde in relativ kurzer Zeit der wöchentliche Lohnabschlag abgeschafft. Nebeneffekt war der Rückgang des Lohntütenballs jeden Freitag, bis er gänzlich in Vergessenheit fiel. Das hatte auch den Kollateralschaden des Aussterbens der „kleinen Kneipe in unserer Straße“ zu Folge. Der Zirkus mit seiner Dynamik ist ja nicht zu Ende, jetzt geht es um die Abschaffung des Bargelds. Wo sind die Kollateralschäden und was sind da noch für versteckte Möglichkeiten?

Det war heute auch wieder ein Tag, Mittags schau ich vom Balkon, weil einen Tritt vor die Tür muß sein, kommt da M mit Mundschutz die Straße lang. Jooh, der Mundschutz hatte dann eine etwas andere Erklärung. Er war auf dem Weg zum Zahnarzt, gell, weil im Frontzahnbereich eine Brücke zerfallen ist, klaffte eine doppelte mehr oder minder große Lücke. Da kann man kaum selber in den Spiegel sehen. Jedenfalls kann er jetzt besser beißen, sagt er. Da mußte ich etwas bremsen und drohte: das verändert die Kiefergeometrie schnell.
Der Junge ist ja auch sparsam und seine Möglichkeiten Internetbanking zu machen, ist durch die Schließung der öffentlichen Bibliotheken weggefallen. Bei mir gibt es Zugang zu der großen weiten Welt. Nun ja, er braucht eine Bankbescheinigung über die Zinseinkünfte letztes Jahr, da er den als Anlage für den Jahreslohnsteuerausgleich braucht. Jahreslohnsteuerausgleich ist immer sinnvoll, wenn jemand nicht das Jahr über in Lohn und Brot gestanden hat. Allerdings, wenn man im Zeitpunkt der Zahlung ein Kunde des JobCenters ist, dann fressen die Schmarotzer das sauer verdiente. Darf also nicht passieren und sollte vorsorglich verhindert werden.

Mittags ruft L an, immer noch die alte Geschichte nach der er die Polizei dahin erziehen will, ihn zumindest anzuhören. Das wollen die auf keinen Fall. Wo kommen wir dahin, wenn jeder Bürger bestimmen kann, wie die Polizei arbeitet, das greift doch jeden Innenminister wegen Fehlleistung an. Der stellt sich immer vor die Polizisten, da wird zuerst den Polizisten gedankt. Die wissen nicht, wer ihr Auftraggeber ist, dem wird nicht gedankt, eher diskreditiert.
Da sprachen wir schon drüber, jetzt kam eine Fristsetzung die Begründung nachzureichen. Er hat da schon einen Entwurf, den er mir gleich zusenden will. Die mail kam dann auch, mir fehlte die Zeit das Konvolut zu Gemüte zu ziehen, weil schon nach den ersten Zeilen klar war, das ist keine Begründung für eine Beschwerde an die Staatsanwaltschaft. Da kam M gerade recht, um sich nicht über das wiederholte „die sind nicht fair“ zu ärgern.

Als L dann aufschlug hatte ich das Werk ausgedruckt auf vier Seiten vorliegen und etliches angekringelt, Tippfehler und Unverständliches. Er fragt gleich, ob ich seinen Text gelesen habe und was ich dazu sage. Er bekommt, was erwarten konnte. „Hast du wieder stundenlang gejault. Das ist ein juristisches Verfahren, die wollen nicht mit dir reden. ‚Die Polizei dein Freund und Helfer‘, da hast du keinen Anspruch. Das kannst du komplett weglassen“.

„Aber das stimmt doch nicht, was die da schreiben“.

24. April

25. April

Ableben prolongiert

Notebook hat einen Fehler in der Anbindung ans Netzwerk und kostet mir den letzten Nerv, da ich auf dem Bildschirm zu wenig sehe und die Maussteuerung über einen in der Tastatur versenkten Joystick bedienen muß. Hinzu kommt, die ewige Sucherei im Ubuntu Weaver.

Ein roter Joystick als Maussteuerung.

So habe ich unnötigerweise Open-Office per Terminaleingabe installiert. Nachdem ich das zuvor installierte und empfohlene LibreOffice deinstalliert habe, weil das Word-dokumente verweigert hat. Anstatt nach Lösungen zu suchen, habe ich bekannte Lösungen gewählt.

26. April

Zeit zum Aufarbeiten genutzt, da nach einem Ausflug in Facebook, Musik angestoßen wurde, halt viel weniger geschafft.
Lampe blieb liegen, L’s Aktionismus ist auch nur zur Hälfte gediehen.
Ich lasse es für heute.

27. April

Mit K eine Stunde vierzig Minuten telefoniert